In Israel gelten zwar strenge Regelungen zur Eindämmung des Corona-Virus, dennoch breitet es sich weiter aus. Der Rote Davidstern hat ein Zeltbüro eingerichtet, um die zahlreichen Telefonanfragen zu bewältigen. Außerdem ist eine Quarantäne-Pflicht für alle Einreisenden verhängt worden.

Israels Premier Benjamin Netanjahu bei einer Video-Konferenz zur Coronavirus-Krise am 9. März 2020 in Jerusalem mit Vertretern einiger europäischer Staaten. Foto: GPO/Kobi Gideon

 

In Israel sind mittlerweile 50 Infektionen mit dem Virus bekannt (Stand 10. März 2020). Die betroffenen Personen hatten sich zuvor in verschiedenen europäischen Ländern aufgehalten, darunter Spanien und Italien; eine kehrte aus Moskau zurück. Aufgrund des sprunghaften Anstiegs hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am 9. März 2020 eine Quarantäne-Pflicht für alle Einreisenden verhängt. Demnach müssen sich sowohl Ausländer als auch Staatsbürger nach ihrer Ankunft für 14 Tage in Selbstquarantäne begeben. Ausländer müssen bei ihrer Ankunft nachweisen, dass sie eine entsprechende Möglichkeit dafür haben. Die neue Regel gilt zunächst für zwei Wochen.

Am 9. März 2020 gab das Außenministerium bekannt, dass sich ein Mitarbeiter der Botschaft in Griechenland infiziert hat. Er war mit griechischen Urlaubern, die sich ebenfalls angesteckt hatten, in ein Flugzeug von Tel Aviv nach Athen gestiegen. Die Botschaft blieb am 9. März 2020 geschlossen, um Maßnahmen zur Desinfektion vorzunehmen.

Zeltbüro für Notrufe

Unterdessen hat der Rote Davidstern ein Zeltbüro eingerichtet, um Notfall-Anrufe entgegenzunehmen. Die Notrufzentralen seien an ihre Grenzen gestoßen, teilte die Hilfsorganisation am 9. März 2020 mit. Mit dem Zeltbüro sollen die Antwortzeiten reduziert werden.

Die israelische Polizei und das Gesundheitsministerium haben am 8. März 2020 eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, um die Quarantäne-Regeln im Land durchzusetzen. Die Maßnahme ist nötig geworden, weil einige Israelis nicht in der angeordneten Heimquarantäne bleiben. Seit dem Ausbruch des Virus hat die Polizei neun solcher Fälle aufgenommen.

„Marsch der Lebenden“ verschoben

Am 9. März 2020 gaben die Organisatoren des „Marsch der Lebenden“ bekannt, das diesjährige Holocaust-Gedenken in Auschwitz zu verschieben. Es findet seit 1988 am israelischen Holocaust-Gedenktag statt, der in diesem Jahr auf den 21. April fällt. In Polen sind bislang 11 Infektionen bekannt. Israel hatte bereits angekündigt, in diesem Jahr keine Delegation zu entsenden. (Israelnetz)