Ein Palästinenser hat in einem Industriepark zwei Israelis erschossen. Palästinensische Gruppen feiern den Anschlag. Unterdessen läuft die großangelegte Suche nach dem Attentäter weiter.

Trauernde Angehörige und Freunde bei der Zeremonie zur Beisetzung der 29-jährigen Kim Levengrond Jeheskel am 7. Oktober 2018. Die junge Mutter wurde am selben Tag von einem palästinensischen Terroristen im Barkan-Industriepark bei Ariel/Samaria erschossen. Foto: Yonatan Sindel/Flash 90

Ein Palästinenser hat am 7. Oktober 2018 im Barkan-Industriepark in Samaria zwei Israelis getötet. Das Industriegebiet nahe der israelischen Stadt Ariel gilt als Zeichen gelebter Koexistenz – hier arbeiten Tausende Israelis und Palästinenser zusammen.

Wie die Armee mitteilte, war der Palästinenser am Morgen in die Büroräume des Industrieparks eingedrungen. Dort fesselte er die 29-jährige Kim Levengrond Jeheskel und erschoss die Israelin aus nächster Nähe. Sie hinterlässt ihren Ehemann und ein Baby. Danach eröffnete der Täter das Feuer auf eine weitere Frau und einen Mann. Die Israelin überlebte mittelschwer verwundet. Siv Hadschbi (35) wurde durch die Schüsse getötet. Er hinterlässt seine Ehefrau und drei Kinder.

Der Palästinenser war mit einer Maschinenpistole vom Typ „Carlo“ bewaffnet. Diese Waffen werden von Palästinensern im Westjordanland gefertigt. Medienberichten zufolge blockierte die Maschinenpistole. Dadurch wurde verhindert, dass der Täter weitere Menschen erschoss.

Bei dem Terroristen handelt es sich um Aschraf Walid Suleiman Na’alowa, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ unter Berufung auf das Militär meldet. Der 23-jährige stammt aus der Ortschaft Schuweika nahe Tulkarem im Norden des Westjordanlandes. Er hatte eine Arbeitsgenehmigung für den Industriepark. Einige Tage vor der Tat sei er nicht zur Arbeit erschienen. Die Armee geht davon aus, dass der Attentäter allein handelte. Es seien keine Verbindungen zu Terrorgruppen bekannt.

Die Armee hat eine großangelegte Suche nach dem Mörder eingeleitet. Sicherheitskameras zeigen, den flüchtenden Täter mit der „Carlo“ in der Hand. Bei einer Razzia in Schuweika wurden mehrere verdächtige Palästinenser festgenommen, darunter auch der Bruder und die Schwester des Attentäters. Letztere wurde nach einem Verhör wieder freigelassen.

Hamas und Islamischer Dschihad feiern

Die Terrorgruppen Hamas und Islamischer Dschihad lobten den Anschlag als „heldenhaft“. „Wir rufen unser stolzes Volk in Jerusalem dem Westjordanland und überall auf, gegen den Siedlungsterrorismus aufzustehen, bis das Westjordanland von Siedlungen und Siedlern befreit ist“, heißt es in einer Erklärung des Islamischen Dschihad.

Der Barkan-Industriepark gilt als Symbol der Koexistenz. Etwa 8.000 Israelis und Palästinenser sind hier angestellt. Der Geschäftsführer des Parks, Schai Amichai, nannte diesen ein gutes Beispiel für Israelis und Palästinenser, die Seite an Seite arbeiten. „Die nachbarschaftlichen und professionellen Beziehungen befinden sich auf höchstem Niveau. Die Bewohner fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz sicher und viele haben außerhalb ihres Arbeitsplatzes Verbindungen zueinander.“  (Israelnetz)

 

 

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