Keine gerechte Gesellschaft darf ihre Vergangenheit ignorieren. Das hat Israels Staatspräsident Rivlin bei seinem Besuch in Kroatien betont. Dort hatte die faschistische Ustascha-Bewegung während des Zweiten Weltkrieges Zehntausende Juden ermorden lassen.

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarović am 25. Juli 2018 im ehemaligen kroatischen Konzentrationslager Jasenovac. Foto: GPO/Amos Ben-Gershom

„Kroatien muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen.“ Das hat Israels Staatspräsident Reuven Rivlin am 25. Juli 2018 bei einem Besuch in dem ehemaligen kroatischen Konzentrationslager Jasenovac betont. Das faschistische Ustascha-Regime ließ dort während des Zweiten Weltkrieges Zehntausende Serben, Juden, Roma und Regime-Gegner ermorden. Die heutige Regierung ist immer wieder international in der Kritik, weil sie nicht gegen das Zeigen von Ustascha-Grüßen oder -Symbolen vorgeht.

Das israelische Staatsoberhaupt sagte in der Gedenkstätte weiter: „Manche bevorzugen es, ihre Vergangenheit zu verdrängen und sie als ein schwarzes Loch zu betrachten, das kein Studium oder keine seelische Suche erfordert.“ Es sei aber eine moralische Verpflichtung jeder gerechten Gesellschaft, mit der Vergangenheit umzugehen und sie nicht zu ignorieren.

Rivlin war am 24.Juli 2018 in Zagreb angekommen. Bei seinem Besuch in der rund 100 Kilometer entfernten Gedenkstätte wurde er von Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarović begleitet. Zuvor hatten sich die beiden zurückgezogen und über die Entwicklungen im Nahen Osten gesprochen. Bei dem Treffen waren Israels Landwirtschaftsminister Uri Ariel und Wirtschaftsminister Eli Cohen mit dabei.

Kroatiens Präsidentin: „Zusammenarbeit ausbauen“

Rivlin lobte die blühenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten. Zudem lud er Grabar-Kitarović zu einem Besuch in Israel ein. Die Präsidentin war 2015 privat in dem Land. Die Reise habe einen tiefen Eindruck bei ihr hinterlassen, sagte sie laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Rivlins Besuch bezeichnete Grabar-Kitarović als sehr bedeutend. Es gebe noch viele Bereiche, in denen die beiden Länder ihre Zusammenarbeit ausbauen könnten, beispielsweise Sicherheit, Energienutzung, Landwirtschaft und Einwanderung. (Israelnetz)

 

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