Am Vorabend des 1. März 2018 (14. Adar  5778) hat das diesjährige Purim-Fest begonnen. Gefeiert wird der Sieg der Juden über den Judenhasser Haman und rund 75.000 weitere Antisemiten, die das jüdische Volk im persischen Reich des 5. Jahrhunderts vor Christus vernichten wollten. Das Fest geht auf das biblische Buch Esther zurück.

Orthodoxe Juden in Israel feiern Purim. Foto: ISRANET

Der Name „Purim“ kommt von dem Wort für „Los“, „puru“ (Esther 9,26), und erinnert an die Lose, die Haman geworfen hatte, um den Tag zu bestimmen, an dem der Völkermord stattfinden sollte, nämlich am 13. Adar des biblischen Kalenders (Esther 3,7).

Purim kompensiert den Ernst und die Würde der meisten anderen jüdischen Feste. Geboten sind Ausgelassenheit und Freude, Fasten und Trauern sind verboten. Schulen sind geschlossen, es finden öffentliche Partys und Feste statt und Zeitungen melden allerlei Enten – ähnlich den Aprilscherzen.

Kinder und auch viele Erwachsene verkleiden sich mit bunten Kostümen. Deswegen erinnert Purim auch an Karneval. Die festliche Verlesung der Esther-Rolle in den Synagogen wird von Lärm (Ratschen) begleitet, der immer dann ertönt, wenn der Name Hamans fällt!

Viele Gläubige geben sich, in gesetzten Grenzen, einem Rausch der Ausgelassenheit hin und erfüllen eine genaue Liste verschiedener Verpflichtungen und Traditionen: Neben den Abend- und Morgenlesungen der Esther-Rolle in den Synagogen auch Almosengeben, der Austausch von Leckerbissen und Delikatessen, wie zum Beispiel „Haman-Ohren“ (Mürbegebäck mit einer süßen Füllung), sowie üppige Festessen.

Dem Fest geht das Esther-Fasten voraus, das am 13. Adar erfolgt (28. Februar 2018). Purim wird am 14. Adar und in Städten mit einer Stadtmauer am 15. Adar gefeiert, da sich dort die Juden einen Tag länger gegen ihre Verfolger verteidigen mussten und deshalb erst einen Tag später feiern konnten (1. /2. März 2018). Wie alle jüdischen Feste beginnt auch Purim am Vorabend.

Purim ist kein hohes Fest, weil es nicht im mosaischen Gesetz, der Tora, geboten wird. Deshalb ist es in Israel auch kein gesetzlicher Feiertag. Das heißt, dass viele Firmen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen kürzer geöffnet sind.-

Pin It on Pinterest

Shares
Share This