Etwa 50.000 Menschen protestierten am 4. August 2018 in Tel Aviv gegen das Nationalitätsgesetz, das den jüdischen Charakter des Staates Israel festschreibt. Die Demonstration war von Drusen, die israelische Staatsbürger sind, organisiert und wurde von anderen Israelis unterstützt.

Drusische Israelis und andere Demonstranten während des Protestes am 4. August 2018 in Tel Aviv gegen das im Juli 2018 von der Knesset verabschiedete Nationalitätsgesetz. Foto: Tomer Neuberg/Flash90

Die Drusen sind eine Sekte, die vor rund 1.000 Jahren aus dem Islam hervorgegangen ist. Sie stehen im Allgemeinen treu zu Israel, viele von ihnen dienten oder dienen in der israelischen Armee. Sie fühlen sich jetzt durch das neue Gesetz wie „Bürger zweiter Klasse“. Drusen-Leiter Scheich Muafak Tarif beklagte in seiner Ansprache, dass Israel sie trotz ihrer Treue zum Staat nicht als gleichberechtigt anerkennt.

Zwei Tage zuvor (am 2. August 2018) hatte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu ein Treffen mit drusischen Führern vorzeitig verlassen. Dabei ging es um das im Juli 2018 von der Knesset verabschiedete Nationalitätsgesetz. Der drusische Aktivist und frühere Brigadegeneral Amal As’ad übte offenbar heftige Kritik daran und sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, die Drusen wollten keine Wohlfahrtspakete, sondern das Gefühl, Teil der Nation zu sein. Netanjahus Unmut bezog sich besonders auf einen Facebook-Eintrag von As’ad, in dem der Druse Israel als „Apartheid-Staat“ bezeichnet hatte. (Israelnetz/Redaktion)   

 

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