Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat in seiner Ansprache  zum neuen jüdischen Jahr 5779 (10. September 2018) Juden in aller Welt zur Einheit aufgerufen. „Ich weiß, wir leben in Zeiten, in denen manche die Dinge, die uns trennen, deutlicher erkennen, als die Dinge, die wir gemeinsam haben“, sagte er in einer Videobotschaft und fügte hinzu: „Lasst uns darüber nachdenken, was wir gemeinsam haben.“

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin. Foto: GPO/Israel

Rivlin ergänzte, Juden müssten als Volk zusammenhalten. Es gehe darum, eine gemeinsame Zukunft zu bauen und eine bessere Welt entstehen zu lassen. Zugleich müssten Juden auch im Kampf gegen Anfeindungen zusammenstehen. „Wo auch immer wir leben, wir müssen stolz darauf sein können, Juden zu sein, und uns sicher dabei fühlen, dass als jüdisch anzuerkennen, was wir uns wählen.

Der Staatspräsident mahnte aber auch Zusammenhalt im Land an. Israel vereine unterschiedliche Gesellschaftsgruppen: religiöse und säkulare, arabische und jüdische, links und rechts, jung und alt. „Lasst uns hoffen, dass wir uns dieses Jahr einander näher fühlen.“

Netanjahu: Das jüdische Volk hat Zukunft

Auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu rief Juden in aller Welt zur Einheit auf. Er pries den Staat Israel als Zeichen der Stärke des jüdischen Volkes, der nach den Schrecken des Holocaust geschaffen wurde. „Ich glaube an die Zukunft des jüdischen Volkes, an die Zukunft des jüdischen Staates.“ Juden in aller Welt teilten die Werte von Freiheit, Vielfalt, einer Streitkultur und Forschung. Auf dieser Basis leisteten Juden ihren Beitrag zur Verbesserung der Welt. Netanjahu lud alle Juden ein, Israel zu besuchen.

In einem zweiten Video nahm sich der Likud-Politiker selbst aufs Korn. Der Kurzfilm zeigt ihn, wie er einer Familie einen Überraschungsbesuch zum Fest abstattet und diese mit den angeblichen Errungenschaften der Regierung langweilt. Selbstverständlich kreuzt er mit selbstgekochtem Essen auf, weil ihm das vorgefertigte Essen ausgegangen ist – eine Anspielung auf die Vorwürfe gegen seine Frau Sara, sie habe teures Essen aus Restaurants bestellt anstatt die eigenen Küchenbelegschaft kochen zu lassen.

Sarif wünscht Frieden und Harmonie

Neben den israelischen haben auch Politiker in aller Welt Juden mit Glückwünschen bedacht. US-Präsident Donald Trump betonte dabei das „unfassbare Leid“, das Juden erlitten und überwunden hätten. „Trotz der Herausforderungen inspiriert uns deren Stärke und Beständigkeit.“

Der iranische Außenminister Muhammad Sarif wünschte „allen jüdischen Mitbürgern und Juden weltweit“ ein Jahr „voller Frieden und Harmonie“. Nach Angaben der Regierung lebten im Jahr 2012 etwa 8.760 Juden im Iran. Israel befürchtet derzeit, dass sich der Iran in Syrien militärisch festsetzt – ein Szenario, dass der jüdische Staat verhindern möchte. Wie zuletzt bekannt wurde, flog Israel daher in den vergangenen anderthalb Jahren mehr als 200 Luftangriffe auf iranische Ziele in Syrien.

 14,7 Millionen Juden weltweit

Aus Anlass des Neujahrs hat die Einwandererorganisation Jewish Agency neue Zahlen zum jüdischen Volk vorgelegt. Demnach leben weltweit 14,7 Millionen Juden, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Das bedeutet einen Anstieg von 100.000 im Vergleich zum Vorjahr. Etwa 8,1 Millionen Juden leben außerhalb Israels, 6,6 Millionen im Land.

Die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels findet sich mit 5,7 Millionen Angehörigen in den USA, gefolgt von Frankreich mit 453.000 Juden und Kanada mit 391.000 Juden. In Deutschland leben 116.000 Juden. Die meisten Juden in einem arabischen Land finden sich in Marokko, dort leben 2.000 Juden. In Tunesien kommt die jüdische Gemeinschaft auf 1.000 Personen. (Israelnetz)

 

 

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