Israels Premierminister Benjamin Netanjahu möchte Israel den Zugang zum Corona-Impfstoff sichern, den das deutsche Unternehmen Biotech in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelt hat.

Israels Premier Netanjahu am 9. November 2020 am neuen COVID-19-Schnelltestlabor am Ben Gurion-Flughafen bei Tel Aviv. Foto: GPO/Haim Zach

 

Am 9. November 2020 hatte Pfizer bekanntgegeben, dass sein Vakzin bei Tests an Menschen eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent gezeigt habe. Es soll noch im November per Eilverfahren eine Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte eine europäische Genehmigung etwas zeitversetzt folgen. Die Aktienkurse von Biontech und Pfizer schossen nach der Ankündigung in die Höhe.

Netanjahu sagte am 9. November 2020: „Mein Ziel ist im Moment, eines zu tun – den Bürgern Israels Impfstoff zu besorgen. Vor einigen Tagen sagte ich, dass ich ein Licht am Ende des Tunnels sehe. Ich denke, die Lokomotive hat den Tunnel bereits verlassen.“ Finanzminister Israel Katz erklärte: „Ich habe (den US-Finanzminister Steven) Mnuchin um Hilfe gebeten, Israel parallel zu den Vereinigten Staaten mit dem Impfstoff zu versorgen. Dies ist Teil einer Vereinbarung mit der US-Regierung über eine sofortige Lieferung von 600 Millionen Dosen.“

Laut einer Pressemitteilung hat Pfizer mit den USA einen Vorverkaufsvertrag über 100 Millionen Dosen abgeschlossen, mit der Europäischen Union (EU) über die doppelte Menge – samt der Option auf mehr. Noch 2020 will der Konzern 50 Millionen Dosen produzieren. Im kommenden Jahr sollen es bereits 1,3 Milliarden werden. Der Stoff wurde an 43.500 Menschen aus sechs Ländern, darunter Deutschland, getestet. Israel hat auch mit den Firmen Moderna und Arcturus Vereinbarungen über die Lieferung ihrer jeweiligen Impfstoffkandidaten getroffen.

Ebenfalls am 9. November 2020 besuchte Netanjahu zusammen mit Verkehrsministerin Miri Regev und Gesundheitsminister Yuli Edelstein das neue COVID-19-Schnelltestlabor am Ben Gurion-Flughafen bei Tel Aviv. Das Labor soll dazu beitragen, zu einer möglichst normalen Flugroutine zurückzukehren.

Lage verschlechtert sich wieder

Derweil ist die Reproduktionsrate in Israel wieder auf 1 gestiegen. Das heißt, dass im Durchschnitt jeder Infizierte eine weitere Person mit dem Coronavirus ansteckt. Laut Gesundheitsministerium sollen die Kontaktbeschränkungen in dem Land erst gelockert werden, wenn der Wert unter 0,8 fällt. Sollte die Rate jedoch weiter steigen, könnte ein dritter Lockdown drohen. Im Verlauf des 9. November 2020 wurden 710 neue Corona-Fälle gemeldet – tags zuvor waren es 526.

Am 9. November 2020 wurde bekannt, dass sich bei einer Hochzeitsfeier im September 43 Menschen mit dem Virus ansteckten. Von ihnen sind nun drei gestorben – darunter der ehemalige Vizechef des Inlandsgeheimdienstes Schabak, Jitzchak Ilan. Die rund 100 Hochzeitsgäste hatten weder Mund-Nasen-Masken getragen noch Abstandsregeln eingehalten.

Gefechtsbereitschaft wahren

Armee-Stabschef Aviv Kochavi mahnte am 10. November 2020, die Streitkräfte müssten trotz der „einzigartigen Herausforderungen“ für alle Eventualitäten eines Krieges gewappnet bleiben. Sie müssten „sich vorbereiten und bereit für einen Krieg sein, um einen Krieg deutlich zu gewinnen und gleichzeitig eine Organisation mit vorbildlichen Werten bleiben“. Israel könne sich keine Schwäche leisten. (Israelnetz/Redaktion)