Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Sudan hat sich nun auch Marokko als viertes arabisch-islamisches Land dazu entschieden, volle diplomatische Beziehungen mit Israel einzugehen. Vermittelt wurde dies durch die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump. Dazu gab der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am 10. Dezember 2020 bei der Zeremonie zum Anzünden der ersten Chanukkah-Kerze unter Teilnahme des US-Botschafters in Israel David Friedman eine Stellungnahme ab.

Israels Premier Netanjahu (links) mit US-Botschafter David Friedman am 10. Dezember 2020 an der Westmauer in Jerusalem. Foto: GPO/Kobi Gideon

Der israelische Regierungschef sagte: „Ich habe immer geglaubt, dass dieser historische Tag kommen würde, ich habe immer darauf hingearbeitet. Ich möchte zunächst Präsident Trump für seine außerordentlichen Bemühungen danken, den Frieden zu erweitern, Israel und den Nationen des Nahen Ostens Frieden zu bringen. Präsident Trump, das Volk Israel und der Staat Israel werden Ihnen für immer für Ihre großartigen Bemühungen in unserem Namen zu Dank verpflichtet sein. Ich möchte auch dem König von Marokko, König Mohammed VI, dafür danken, dass er diese historische Entscheidung getroffen hat, einen historischen Frieden zwischen uns aufzubauen.

Die Menschen in Marokko und das jüdische Volk hatten in der Vergangenheit eine herzliche Beziehung. Jeder kennt die enorme Freundschaft, die die Könige von Marokko und die Menschen in Marokko der jüdischen Gemeinde dort entgegenbrachten. Hunderttausende dieser marokkanischen Juden kamen nach Israel und bilden eine menschliche Brücke zwischen unseren beiden Ländern und unseren beiden Völkern, aus Sympathie, Respekt, Zuneigung und Liebe. Ich denke, dass dies das Fundament ist, auf dem wir jetzt diesen Frieden aufbauen können.

Wir werden die Verbindungsbüros zwischen Israel und Marokko sobald wie möglich wieder eröffnen und daran arbeiten, vollständige diplomatische Beziehungen aufzubauen. Wir werden auch Direktflüge zwischen Marokko und Israel sowie Israel und Marokko einrichten, um dieser Friedensbrücke ein noch solideres Fundament zu geben. Dies wird ein sehr herzlicher Frieden sein. Frieden hat nie – das Licht des Friedens an diesem Chanukka-Tag hat nie – heller geleuchtet als heute im Nahen Osten.“

Israels Außenminister Gabi Aschkenasi sagte am 10. Dezember 2020:

„Ich begrüße die wichtigen Nachrichten aus Washington zur Erneuerung der Beziehungen zwischen Israel und Marokko. Der Staat Israel dankt US-Präsident Donald Trump und seinem Team für die Förderung des Friedens und der Stabilität im Nahen Osten und ihre Unterstützung für Israel. Das ist ein weiterer großartiger Tag für die israelische Diplomatie, ein Tag des Lichts, der zu Chanukkah passt.

Die Erneuerung der Beziehungen zwischen dem Staat Israel und dem Königreich Marokko ist ein wichtiger und notwendiger Schritt im Rahmen der Abraham-Abkommen und spiegelt die tiefe und lange Freundschaft zwischen unseren Völkern wider. Ich rufe mehr Länder auf, sich dem Kreis der Abraham-Abkommen anzuschließen.

Ich beglückwünsche herzlich den König von Marokko, Mohammed VI, zu seiner mutigen und richtigen Entscheidung. Ich freue mich darauf, nächstes Jahr die Kerzen in der israelischen diplomatischen Vertretung in Rabat anzuzünden. Ein frohes Chanukkah allen Menschen Israels!“

Ebenfalls am 10. Dezember 2020 lenkte der US-amerikanische Regierungsberater Jared Kushner den Blick auf weitere mögliche Friedens-Entwicklungen: Eine Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien sei „unvermeidlich“. Nur der Zeitrahmen müsse noch ausgearbeitet werden, sagte er laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“. „Wenn man sich die vergangenen sechs Monate anschaut, hat sich die Region von fest auf flüssig geändert, und es fühlt sich so an, als ob es noch mehr Flüssigkeit gibt.“  (Amt des israelischen Premierministers / Außenminister Gabi Aschkenasi auf Twitter / Israelnetz / Redaktion)