Seit der schrittweisen Öffnung der Schulen ab dem 3. Mai 2020 steigt in Israel die Zahl der Corona-Infizierten. Bis zum 4. Juni 2020 mussten 87 Einrichtungen wieder schließen. Mehr als 300 Schüler und Lehrer wurden positiv auf das Virus getestet. Rund 14.000 Schulbesucher – also Schüler, Lehrkräfte und andere Personen – befinden sich nun in Quarantäne.

Eine Magen David Adom-Mitarbeiterin bei der Durchführung eines Corona-Tests in Tel Aviv am 2. Juni 2020. Foto: Miriam Alster/Flash90

 

Wie das Gesundheitsministerium am 4. Juni 2020 mitteilte, wurden allein in den 24 Stunden zuvor 118 Neuinfektionen bekannt – die höchste Zahl seit dem 2. Mai. Seit Beginn der Pandemie haben die Behörden in Israel bei 17.495 Menschen Infektionen registriert. Von ihnen sind 15.013 genesen. 291 Infizierte sind gestorben (Stand: 5. Juni 2020).

Notstand um ein Jahr verlängert

Die Knessetvollversammlung verlängerte am 3. Juni 2020 den Notstand um ein Jahr. Er war am 17. Februar zunächst für vier Monate ausgerufen worden, also bis zum 17. Juni. Mit der Entscheidung folgte das Parlament einer Empfehlung der Ausschüsse für Äußeres und Verteidigung sowie für Verfassung, Recht und Justiz.

Ein Abgeordneter des arabischen Bündnisses „Vereinigte Liste“, Sami Abu Schahade, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das wurde am 3. Juni 2020 bekannt. Deshalb sagte die Knesset ihre für den 4. Juni 2020 geplanten Sitzungen und Debatten ab. Mitarbeiter wurden angehalten, zu Hause zu bleiben, wenn sie keine dringliche Arbeit auf dem Gelände zu verrichten haben. Der Politiker hatte sich bei seinem Chauffeur angesteckt.

Abu Schahade sagte der Rundfunkanstalt „Kan“ am 4. Juni 2020, er fühle sich gut und zeige keine Krankheitssymptome. In der vergangenen Woche habe er Tausende Leute getroffen, ergänzte der Abgeordnete. Der 44-Jährige nutzte das Fernsehinterview für einen Appell an die israelische Bevölkerung: „Corona ist noch bei uns. Die Illusion, dass wir vielleicht damit fertig sind, ist nicht richtig. Ich möchte die Leute aufrufen, sich wieder an die Anweisungen des Gesundheitsministeriums zu halten. Es liegt noch nicht hinter uns.“

Wirtschaft: Notenbank sieht langsame Erholung

Indes hat die israelische Notenbank ihre Prognose für die Wirtschaft vorsichtig nach oben korrigiert, nachdem sie im ersten Quartal um 7,1 Prozent eingebrochen war. Wie das Magazin „Globes“ berichtet, gibt es erste Anzeichen für eine Erholung. Nur der Tourismus und das Flugwesen seien noch schwer getroffen.

Im April hatte die Bank für das Jahr 2020 noch mit einem Einbruch um 5,3 Prozent gerechnet. Vorige Woche gab sie an, die Wirtschaft werde voraussichtlich um 4,5 Prozent schrumpfen. Nach unten korrigiert wurde hingegen die Prognose für 2021: Derzeit sieht die Notenbank ein Wachstum von 6,8 Prozent voraus, im April lag dieser Wert noch bei 8,7 Prozent. (Israelnetz)