Im Februar 2020 wurden wieder 2000 Lebensmittelpakete für notleidende jüdische Omas und Opas in der Ukraine gepackt. Viele von ihnen versuchen sich nicht zu beklagen und erzählen erst auf Nachfrage, dass sie aufgrund der hohen Kosten die Heizung abgeschaltet haben, nicht zum Arzt gehen können oder ihr Haus nahe dem Verfall ist.

Viele freiwillige Helfer kamen zusammen, um die Lebensmittelpakete zu packen (Foto: A. Rüger)

Polina erzählt uns: „Acht Geschwister von meinem Vater sind verhungert.“ Ihre Mutter starb an Typhus als sie erst sechs Jahre alt war. Aktuell teilt sie sich ein Zimmer mit ihrer Tochter in einem Wohnheim für sozial Benachteiligte und hofft auf bessere Zeiten.

Emma musste mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten flüchten. Aus ihrem Zufluchtsort im Uralgebirge wurde ihr Vater an die Front geschickt. Sie sah ihn nie wieder. „Ich erinnere mich, wie ich dünne Zweiglein gesammelt habe für meinen kleinen Bruder, damit er etwas zum kauen hat“, so Emma.

Polina als wir sie besucht haben  (Foto: A. Rüger)

Emma wird von ihren Töchtern versorgt (Foto: A. Rüger)

Sofias Mann und Sohn sind beide bereits verstorben. Sie musste wegen der Vorgabe einer Hausverwaltung eine neue Wohnungstür einbauen lassen und dafür extra einen Kredit aufnehmen, den sie jetzt noch ein ganzes Jahr abzahlen müsste. Mit Hilfe unserer Spender konnten wir das verkürzen. Auch um die anderen notwendigen Renovierungsarbeiten werden wir uns kümmern.

Vitali kümmert sich mit seinen 85 Jahren alleine um den kompletten Haushalt. Dazu gehört Putzen, Kochen und seiner hilfsbedürftigen Frau Galja den Blutdruck messen. Was hat er sich gefreut über die Socken, die ihm extra jemand aus Deutschland gestrickt hat. Ein Paar für ihn, eins für seine Frau und dazu eine Tüte frische Lebensmittel.

Sofia konnte wir bei der Renovierung unterstützen (Foto: A. Rüger)

Vitali kümmert sich auch um seine kranke Frau (Foto: A. Rüger)