Iranische Streitkräfte haben in der Nacht zum 10. Mai 2018 von Syrien aus israelische Militärposten angegriffen. Etwa 20 Raketen hätten die Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, auf die Golanhöhen abgefeuert, teilte die Armee mit.

Israelisches Militär auf den Golanhöhen nahe der Grenze zu Syrien. Foto: Shay Wagner/IDF/Flash90

Israels Luftwaffe beschoss daraufhin mehr als 50 iranische Militärziele in Syrien. Dabei wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fünf syrische Soldaten und 18 Kämpfer syrischer Verbündeter getötet. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte auf einer Konferenz in Herzlija: „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation, aber wir müssen auf jedes Szenario vorbereitet sein.“ Er fügte hinzu, es handele sich um einen punktuellen Konflikt Israels mit den iranischen Quds-Brigaden.

Lieberman: Israel wird iranischen Angriff nicht ungestraft lassen

Israels Verteidigungsminister Lieberman hatte den Iran bereits im April 2018 gewarnt: Sollte es zu Angriffen seitens des Irans kommen, wird Israel die iranische Hauptstadt Teheran angreifen und „jeden iranischen Militärstützpunkt in Syrien zerstören, der Israel bedroht“, sagte Lieberman in einem Interview der saudischen Nachrichtenseite „Elaph“.

Die Spannung zwischen Israel und dem Iran hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. In dem syrischen Bürgerkrieg kämpfen iranische Milizen an der Seite von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Am 9. April 2018 wurde ein Raketenangriff auf den Militärflugplatz T4 nahe Homs in Syrien verübt. Dabei sollen sieben Iraner ums Leben gekommen sein. Für den Angriff wird Israel verantwortlich gemacht.

„Die Verbrechen werden nicht unbeantwortet bleiben“, sagt Ali Akbar Velajati, ein Top-Berater des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei, einen Tag nach dem Raketenangriff. Israel bekannte sich nicht zu dem Angriff, Lieberman sagte aber, dass der jüdische Staat seine Bemühungen gegen eine schleichende iranische Vorherrschaft in Syrien nicht aufgeben werde. Laut Äußerungen von Syrien und Russland soll Israel Syrien mehrfach angegriffen und dabei iranische Soldaten ins Visier genommen haben.

Der Iran dementiert das Existenzrecht Israels und droht immer wieder mit der Vernichtung des Staates. Innerhalb der nächsten 25 Jahre werde dieses Ziel erreicht sein, beteuert der Kommandant der iranischen Armee, Abdolharim Mussavi.

Israel will keinen Krieg

Trotz der harten Worte an den Iran erklärte Lieberman, dass er „Ruhe“ wolle und „nicht angreifen oder gegen jemanden kämpfen“ möchte. Hotels, Cafés und Restaurants in Tel Aviv sollen wieder rund um die Uhr voll sein. Dasselbe wünsche er sich auch für die Iraner.

Die Nachrichtenseite „Elaph“ wird von London aus von dem saudischen Geschäftsmann und Journalisten Othman al-Omeir betrieben. In Saudi-Arabien ist sie verboten. (Israelnetz)

Pin It on Pinterest

Shares
Share This