Seit Wochen fliegen Ballons, an denen Brand- oder Sprengsätze befestigt sind, aus dem Gazastreifen nach Israel. Mit diesen Angriffen palästinensischer Terroristen sind bereits zahlreiche Brände auf israelischem Gebiet verursacht worden.

Palästinensische Terroristen im Gazastreifen nahe der Grenze zu Israel beim Anfertigen von Ballons mit Band- und Sprengsätzen (August 2020). Foto: Rahim Khatib/Flash90  

 

Am 24. August 2020 zum Beispiel führten die Ballon-Attacken zu mindestens 36 Feuern auf israelischer Seite. Am 23. August 2020 waren es 28, tags zuvor 35. Ein Sprengsatz landete am 24. August 2020 in einer Luftwaffenbasis. Er konnte neutralisiert werden. Israels Verteidigungsminister Benny Gantz warnte daraufhin, Israel werde die Angriffe noch entschiedener beantworten. Am 25. August 2020 beschossen die Luftwaffe und Panzer Waffenfabriken und Untergrundeinrichtungen der Hamas im Gazastreifen.

Neues Laser-System im Einsatz

Bei der Abwehr der Brandballons kommt jetzt auch das neue Laser-Abwehrsystem Lahav Or („Lichtklinge“) zum Einsatz. Der Laserstrahl zerschießt Ballons und Drachen in der Luft und bringt sie samt ihrer Fracht zu Fall. Die israelische Polizei veröffentlichte am 20. August 2020 ein Video der „Lichtklinge“ in Aktion. Tags zuvor habe es 32 Objekte abgeschossen.

Der Kommandeur der Grenzschutzpolizei, Ja’akov Schabtai, lobt das Gerät: „Heute präsentieren wir eine anwendbare und effektive Lösung zum Abfangen von Ballons.“ Es sei weltweit das erste System seiner Art. Ingenieure der Ben-Gurion-Universität entwickelten es zusammen mit dem Grenzschutz unter Schabtais Leitung. Es sei Tag und Nacht anwendbar und habe eine Reichweite von zwei Kilometern. Laut Polizeisprecher Micky Rosenfeld meistert es seine Aufgabe mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent.

Künftige Einsatzmöglichkeiten

Die Entwicklungskosten beliefen sich auf etwa eine Million Dollar. Ein Laser-Schuss kostet umgerechnet etwa einen Euro. Das System kann auf einem Lastwagen-Sattelzug umhergefahren werden. In einem Anfang des Jahres veröffentlichten Werbevideo ist zu sehen, dass „Lichtklingen“ künftig an Drohnen und Panzer montiert werden können. Sie sollen auch gegen Raketen und Mörsergranaten anwendbar sein. Über eine solche Verwendung ist bisher jedoch nichts bekannt. Polizeisprecher Rosenfeld sagte gegenüber Israelnetz, Lahav Or werde „nur gegen Brandballons“ eingesetzt.

Bisher nutzen Grenzschutz und Armee gegen fliegende Brandbomben vor allem Drohnen. Entweder werden kleine Fluggeräte mit Klingen bestückt und in die Ballons gerammt, oder größere Drohnen fangen sie ab und bringen sie kontrolliert zu Boden. In beiden Fällen warten die Sicherheitskräfte, bis die Ballons die Grenze überquert haben. Direkt hinter dem Zaun gebe es wenig Vegetation, sodass die Brandsätze dort nur geringen Schaden anrichten können, erklärte der Forschungsleiter der Armee, Nadav Livne, gegenüber der Onlinezeitung „Times of Israel“. Einsatzkräfte stehen bereit, um Brände zu löschen und Sprengkörper unschädlich zu machen. (Israelnetz/Redaktion)