Der jüdisch-amerikanische Multimilliardär und Israelunterstützer Sheldon Adelson ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren „nach langer Krankheit“ im kalifornischen Malibu. Das teilte sein Unternehmen Las Vegas Sands am 12. Januar 2021 mit. Adelson litt am Non-Hodgkin-Syndrom, einer Krebserkrankung des Lymphsystems.

Sheldon Adelson und seine Ehefrau Miriam bei der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am 14. Mai 2018. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

 

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) kondolierte „mit gebrochenem Herzen“: „Sheldon war einer der größten Spender in der Geschichte des jüdischen Volkes. Er gab für den Zionismus, für Siedlungen und den Staat Israel.“ Adelson sei ein „jüdischer Patriot“ gewesen. Netanjahu lobte Adelsons „Scharfsinnigkeit, ehrliches Denken und starke Persönlichkeit“: „Ich muss sagen, dass ich viele wundervolle Menschen kennengelernt habe. Aber dieser Gigant, eine Persönlichkeit wie Sheldon, tritt nur einmal in einer Generation auf.“

Der israelische Abgeordnete und ehemalige Minister auf verschiedenen Positionen, Naftali Bennet (Jamina), versicherte, Adelson werde in die jüdischen Geschichtsbücher eingehen. „Sheldon Adelson war kein praktizierender Jude, aber seine heroischen Taten für den (jüdischen) Staat und das Volk waren gottgefällig.“ Viele weitere Politiker und Personen der israelischen Öffentlichkeit brachten Trauer und Respekt zum Ausdruck.

Vermögender Philanthrop

Adelson wurde 1933 in einem ärmlichen Vorort von Bosten geboren. Seine Eltern waren jüdische Einwanderer aus dem Russischen Reich. Nach Tätigkeiten als Kreditvermittler und Finanzberater arbeitete er sich zu einem der erfolgreichsten Kasino- und Immobilienmogule des Landes hoch. Das „Forbes“-Magazin listete ihn im November 2020 auf Platz 28 der reichsten Menschen der Welt, mit einem Vermögen von rund 33,5 Milliarden Dollar.

Der Unternehmer gehörte zu den bedeutendsten Geldgebern für jüdische und israelische Organisationen. Im Jahr 2006 spendete Adelson 25 Millionen Dollar für die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Zwei Jahre später gab er der Birthright Israel Foundation, die jungen Diaspora-Juden eine kostenlose Reise nach Israel ermöglicht, 34 Millionen Dollar. Seit 2007 soll er für Birthright laut Medienberichten hunderte Millionen Dollar gespendet haben.

Die „Bibi-Zeitung“

Zugleich galt Adelson als einer der größten Unterstützer Netanjahus. So rief er im Jahr 2007 die Gratiszeitung „Israel Hajom“ ins Leben. Mitte 2010 überholte sie mit einem Marktanteil von 35 Prozent „Yediot Aharonot“ als meistgelesene Zeitung. Als Grund für das Projekt gab Adelson die aus seiner Sicht unfaire Berichterstattung über Netanjahu in Medien wie „Yediot Aharonot“ an. „Israel Hajom“ gilt bis heute als inoffizielles Sprachrohr Netanjahus. Die linksgerichtete „Ha’aretz“ schlug einst spöttisch vor, sie in „Bibi-Zeitung“ umzubenennen. Bibi ist Netanjahus Spitzname.

In seinem Heimatland, den USA, stand Adelson der Republikanischen Partei nahe. So unterstützte er im Wahlkampf 2012 den Republikaner Mitt Romney und kündigte an, bis zu 100 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen aufzuwenden, um eine Wiederwahl Barack Obamas abzuwenden. Zudem betrieb der Casino-Mogul Lobby-Arbeit gegen das Atomabkommen mit dem Iran. Zu seinen kontroversen Vorschläge gehörte ein nuklearer Präventivschlag gegen die Islamische Republik als Verhandlungstaktik.

Einfluss auf US-Politik

Im Jahr 2016 unterstütze Adelson die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps. Für die Feierlichkeiten bei dessen Amteinführung spendete er fünf Millionen Dollar. Adelson soll als eine treibende Kraft Trump überzeugt haben, die US-Botschaft 2018 nach Jerusalem zu verlegen. Wenig später kaufte Adelson das ehemalige Botschaftsgebäude in Tel Aviv für 67 Millionen Dollar. Viele sehen darin die Absicht, eine Rückverlegung der Botschaft zu erschweren.

Sheldon Adelson war seit 1991 in zweiter Ehe mit der zuvor verwitweten Medizinerin Miriam Adelson verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder. Miriam Adelson nennt ihren verstorbenen Ehepartner die „Liebe meines Lebens“. Sheldon Adelson wird in Israel beigesetzt. (Israelnetz)