Wie hoch ist die Luftverschmutzung in einem Land? Was tut ein Staat, um die Artenvielfalt zu erhalten? Diese und andere Fragen beleuchtet der sogenannte Index der Umweltleistung. Israel ist besonders gut im Fischerei-Bereich platziert.

Umwelt- und Naturschutz in Israel: Fischer auf dem See Genezareth, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Fischpopulation des Gewässers zu schonen, indem sie zum Beispiel nicht in Nistgebieten auf Fang gehen und kleine Fische ins Wasser zurückgeben. Foto: Maor Kinsbursky/FLASH90

 

Israel belegt beim diesjährigen „Index der Umweltleistungsfähigkeit“ („Environmental Performance Index“ EPI) den 29. Platz von 180 Ländern. Angeführt wird die Liste von Dänemark, gefolgt von Luxemburg und der Schweiz. Deutschland belegt Platz 10, die USA rangieren an 24. Stelle. Schlusslicht bildet Liberia.

Entwickelt wurde der Index von den US-amerikanischen Universitäten Yale in New Haven und Columbia in New York in Zusammenarbeit mit dem Weltwirtschaftsforum. Der Index zeigt, wie stark die Umwelt in einem Land belastet wird. Anhand von 32 Leistungsindikatoren in 11 Themenbereichen bewertet er 180 Länder nach Umweltgesundheit und Ökosystemvitalität.

Die Auswertungen sollen unter anderem dabei helfen, Probleme zu erkennen, Ziele festzulegen und die Kommunikation mit Interessengruppen zu erleichtern. Untersucht wurde beispielsweise der Umgang mit den Bereichen Klimaschutz, Lebensraum, Fischerei, Artenvielfalt, Wasserressourcen, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, Luftqualität und Belastung durch Schwermetalle.

Gutes Abschneiden bei Fischerei und Wasserressourcen

Besonders gut schnitt Israel im Bereich Fischerei ab. Hier belegte es Platz 9. Auch der Umgang mit Wasserressourcen kann sich sehen lassen (Platz 18). Nachbesserungsbedarf gibt es hingegen bei den Themen Artenvielfalt und Lebensraum (122), Landwirtschaft (106) und Klimaschutz (64). Im Bereich Abfallwirtschaft landete Israel auf Platz 47 und damit hinter ärmeren Ländern wie Mexiko, der Ukraine und Algerien.

Professor Alon Tal von der Universität Tel Aviv übte nach Bekanntwerden des EPI Kritik an der israelischen Regierung: „Das Versagen beim Klimawandel und beim Schutz der biologischen Vielfalt spiegelt die Politik einer Regierung wider, die selbst in Jahren beispiellosen wirtschaftlichen Wohlstands dafür gesorgt hat, dass Israels Umwelt keine Umweltdividende genießen würde.“ Die Regierung habe wichtige Gesetze zum Umweltschutz verhindert, sagte Tal laut der Zeitung „Times of Israel“.

Frühere Indexe nicht vergleichen

Im Jahr 2018 rangierte Israel auf Platz 19. Allerdings sollten aktuelle Werte nicht mit früheren Indexversionen verglichen werden. „Mit jeder Version des EPI ändern wir die Methodik und verwenden neue Datensätze, um die neuesten Fortschritte in Wissenschaft und Metrik widerzuspiegeln. Diese Änderungen bedeuten, dass die nach den alten Methoden berechneten Bewertungen nicht mit den neuen Bewertungen vergleichbar sind“, heißt es dazu auf der Internetseite des EPI. Der Index wird alle zwei Jahre veröffentlicht. (Israelnetz)