Pressemitteilung des Vereins „Christen an der Seite Israels“ | Bad Homburg, den 20. Juli 2020

Generationenwechsel in der Führung der Non-Profit-Organisation „Christen an der Seite Israels e. V.“

Der Verein „Christen an der Seite Israels“ läutete mit den jüngsten Vorstandswahlen einen Generationenwechsel ein. Die israelsolidarische Nicht-Regierungsorganisation unterstützt zahlreiche humanitäre Projekte in Israel und stellt sich gegen Antisemitismus in Kirche und Gesellschaft. Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung den Reformkurs, der mit der Verjüngung des Vorstands verbunden ist. Mit diesem Schritt wird außerdem der Wirkungskreis der Organisation vergrößert.

Der bisherige Erste Vorsitzende, Harald Eckert (59), reicht nach 15 wirkungsvollen Jahren den Staffelstab weiter. Übernommen wird er von Luca Hezel (28). „Mit mir als Erstem Vorsitzenden gibt es zwar einen Generationswechsel, aber keinen Richtungswechsel. Wir werden weiterhin unserem Auftrag an Israel, der Gemeinde Jesu und unserer Gesellschaft treu bleiben,“ führt der neue Vorsitzende Hezel aus, der in den letzten Jahren immer wieder durch frischen Wind von sich hören ließ. So brachte er im Jahr 2019 gemeinsam mit einer europäischen Gruppe eine Nachbildung der letzten jüdischen Menorah nach Jerusalem, wo der Bürgermeister Mosche Lion diese empfing.

Eckert selbst wird das noch zu schaffende Amt des Präsidenten ausfüllen. In dieser Funktion wird er dem Werk weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Darüber hinaus wird Eckert unter anderem die Netzwerkarbeit des Vereins weiter ausbauen. Dadurch sollen die deutsch-israelischen beziehungsweise jüdisch-christlichen Beziehungen gefördert werden. Mit den Wahlen wurde der Vorstand neu besetzt: Zweiter Vorsitzender ist nun Tobias Krämer und als Finanzvorstand wurde Ralf Hermann gewählt. Beide Ämter hatte bisher Dietmar Kern inne, der dankenswerterweise Vorstandsmitglied bleibt.


 

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Der Vorstand von Christen an der Seite Israels. Von links nach rechts: Markus Neumann, Vorstandsmitglied. Dietmar Kern, Vorstandsmitglied. Tobias Krämer, 2. Vorsitzender. Luca Hezel, 1. Vorsitzender. Harald Eckert, Präsident. Ralf Hermann, Finanzvorstand. (Foto: R. Hermann).

Interview mit Harald Eckert (59) und Luca Hezel (28) zur Leitungsreform in einem der größten Israelwerke Deutschlands

Bei der letzten Jahreshauptversammlung von „Christen an der Seite Israels e.V.“ (CSI) am 10. Juli 2020 in Friedrichsdorf (bei Frankfurt) kam es zu weitreichenden Weiterentwicklungen in der Leitungsstruktur des Werkes: Harald Eckert (59) übergab den 1. Vorsitz mit einmütiger Zustimmung der Mitgliederversammlung an Luca- Elias Hezel (28). Gleichzeitig wurden die Weichen dafür gestellt, dass Harald Eckert als Präsident weiterhin den Verein nach außen repräsentiert und die strategische Entwicklung der Arbeit aktiv mitgestaltet und fördert. Wie es zu dieser Entscheidung kam und welche Veränderungen und Chancen sich daraus ergeben, erläutern beide im nachfolgenden Interview mit Israelaktuell (Ia).

Ia: Harald und Luca, herzlichen Glückwunsch zu diesem großen Wurf der Vorstandsreform. Wie kam es dazu?

Harald Eckert: Vielen Dank für die Glückwünsche! Diese Weichenstellung hat sich über längere Zeit hinweg angebahnt und hat zwei Hauptursachen. Zum einen haben wir in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erfahren. Zum anderen verändern sich die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung des christlich-jüdischen Miteinanders und der Deutsch-Israelischen Beziehungen. Mit dieser Veränderung der Leitungsstruktur ist es uns besser möglich, beiden Entwicklungen Rechnung zu tragen. Luca mit dem Vorstand und der Mitarbeiterschaft widmen sich der laufenden Arbeit und entwickeln diese weiter. Ich selbst bin freigesetzt, mich auf der nächsthöheren und strategischen Ebene in christlich-jüdische und Deutsch-Israelische Entwicklungen zu investieren. Dieses Modell wurde im Vorstand entwickelt und von der Mitgliederversammlung einmütig und freudig angenommen. Über diesen Ausdruck des Vertrauens in diese Weiterentwicklung freuen wir uns sehr!

Luca Hezel: Herzlichen Dank! Die Ergebnisse dieser Leitungsreform sind bezeichnend für das, wofür wir als CSI stehen. Seit einigen Jahren legen wir viel Wert auf generationsübergreifende Zusammenarbeit auf allen Ebenen unserer Organisation. Seit ich 2011 zu CSI kam, war ich sehr angetan von den dortigen Gestaltungsmöglichkeiten, der motivierten Mitarbeiterschaft und von der Bereitschaft der älteren Generation, junge Menschen in Verantwortung und Berufung hineinzuführen. Es macht mich sehr glücklich und dankbar, das große Vertrauen der Mitglieder und Mitarbeiter von CSI zu spüren. Mein Dank gilt im besonderen Maße dem Vorstand, der mich gefördert, ausgebildet und über all die Jahre weiterentwickelt hat.

Ia: Wie lange kennt ihr Euch schon? Wie lange arbeitet ihr schon zusammen?

Harald Eckert: Ich habe Luca vor etwa 10 Jahren auf einer Israelreise kennen gelernt, ganz in der Anfangszeit des Aufbaus von „Israel Connect“, dem Arbeitszweig für junge Erwachsene bei CSI. Etwa 2-3 Jahre später begannen mein Freund und Vorstandskollege Markus Neumann und ich ein Leitungsteam für diesen neuen Arbeitsbereich zu entwickeln. Luca war einer von damals vier jungen Leitern, mit denen wir diesen Zweig aufgebaut haben. Diese Arbeit ist unter der Leitung des jungen Teams auf erstaunliche Weise aufgeblüht. Seit dieser Zeit sind insgesamt mehr als fünfhundert junge Christen nach Israel gereist –
und viele davon sind nach den Reisen miteinander in Verbindung geblieben. Aus diesen Anfängen heraus erwuchs vor einigen Jahren die Arbeit von „Zeugen der Zeitzeugen“ und teilweise auch das Netzwerk von ReformaZION. Aus dieser Dynamik heraus wiederum entwickelte sich schließlich das Menora-Projekt des Jahres 2019. Luca hat dabei über die Jahre außerordentliche Leitungsfähigkeiten an den Tag gelegt. Seit 2016 war er zudem erst Beisitzer, dann Mitglied des CSI-Vorstandes. Seit etwa drei Jahren sprachen wir intern offen darüber, dass Luca von mir einmal die Leitung von CSI übernehmen könnte. Ich freue mich sehr darüber, dass das nun in dieser Weise möglich geworden ist.

Luca Hezel: Nach unserem Kennenlernen auf einer Israelreise waren es Markus Neumann und meine Mutter, Delly Hezel, die mir die Möglichkeit gaben, in die Arbeit von Israel Connect einzusteigen. So hat mein Engagement in der Israelarbeit begonnen. Mein Herzenswunsch von damals an war es, junge Christen mit dem Land, den Menschen, aber vor allem dem Gott Israels in Berührung zu bringen. Durch die Israelreisen von Israel Connect, durch die Netzwerkarbeit von ReformaZION und durch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen aller Art kann ich diesem Herzensweg seither folgen. Ich bin begeistert von den Hunderten jungen Leuten, die Gott uns auf den Reisen und Veranstaltungen näher an sein Herz führen ließ. All die Gestaltungsmöglichkeiten, die wir als junge Generation bei CSI erleben dürfen sind nur möglich durch den erklärten Willen der Leiterschaft nach einem fruchtbaren Miteinander der Generationen. Unser Auftrag, unsere Kultur und unsere Mitarbeiterschaft ergeben eine Atmosphäre, in der man sich gerne engagiert und seinen Platz findet.

Ia: Luca hat ja erst im April, zusammen mit Tanja Bolay, die Geschäftsführung übernommen. Jetzt wird er zum geschäftsführenden Vorsitzenden. Ist das nicht ein wenig viel und ein wenig schnell?

Harald Eckert: Das mag so wirken und die Frage ist berechtigt. Aber die Zeit war reif dafür. Luca arbeitet bisher 50% bei CSI und 50% bei einem zweiten Arbeitgeber in verantwortlicher Position einer großen diakonischen Einrichtung. In beiden beruflichen Feldern gab es erfreuliche Entwicklungen jeweils mit großen Chancen, Potentialen und Herausforderungen. Eine Entscheidung war notwendig: Entweder ganz raus aus CSI und nur noch ehrenamtliche Tätigkeit oder ganz rein. Mein Wunsch war schon länger, dass Luca sich ganz in die Israelarbeit investiert. Es war aber letztlich allein seine Entscheidung und er entschied sich für das „ganz rein“. Ich bin superglücklich und sehr dankbar dafür und so ging es dem gesamten Vorstand. Dieser Funke wiederum sprang bei der letzten Jahreshauptversammlung auf die gesamte Mitgliedschaft über und sie konnte diese Weiterentwicklung der Leitungsstruktur einmütig unterstützen.

Luca Hezel: Nun, die Frage kann ich gut nachvollziehen. Nicht zuletzt, weil ich mir diese Fragen bei meiner
Entscheidungsfindung selbst – und auch Gott – gestellt habe. Im Ergebnis dieses Prüfungsprozesses stand für meine Frau Sonja und mich ein überzeugtes, ein festes, ein freudiges und ein gemeinsames JA! zur Übernahme des Amtes des 1. Vorsitzenden und damit einer vollzeitlichen Anstellung bei CSI. Dies war für uns selbst eine Überraschung, da ich mich auch in meiner Arbeit bei der Bruderhaus-Diakonie sehr wohlgefühlt habe und ich auch dort spannende Entwicklungsperspektiven hatte. Man kann in jedem Fall sagen, dass Gott unsere Herzen bewegt und „auf das Eine“ (Ps 86,11b) gerichtet hat. Ab Herbst dieses Jahres werde ich gemeinsam mit Tanja Bolay und etwa 50% meiner Zeit die bewährte Zusammenarbeit in der Geschäftsführung weiterführen und mit den weiteren 50% die Vorstandsarbeit leiten.

Ia: Letzte Frage an Euch: Wie hat man sich die Zusammenarbeit zwischen dem Präsidenten und dem Vorstand unter Lucas Vorsitz in Zukunft vorzustellen? Das Amt des Präsidenten ist ja neu. Ist das nicht mit viel Abstimmungsbedarf und möglicherweise mit Reibungsverlusten verbunden?

Harald Eckert: Die Gefahren gibt es bei einer derartigen Konstellation in der Tat. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir beide das gut hinbekommen werden. Wir wissen aus unserer beider jahrelangen Zusammenarbeit, dass wir in vielerlei Hinsicht eine gute „Chemie“ miteinander haben, auf einer Wellenlänge unterwegs sind und uns dabei sehr gut ergänzen. Luca ist als Persönlichkeit und auch durch seine Berufserfahrung deutlich beziehungsorientierter angelegt als ich, hat aber auch große strategische Gaben. Er kann sich nun noch mehr als bisher der Entwicklung der wachsenden Leiter- und Mitarbeiterschaft in CSI widmen. Ich selbst wiederum kann mich als Präsident noch stärker auf die großen
Linien und Zukunftsthemen der Israelarbeit in Kirche und Gesellschaft konzentrieren. Ich sehe in dieser Entwicklung ein großes „win-win“-Potential in alle Richtungen, nach innen und nach außen. Und vielleicht das Wichtigste: Wir verstehen uns auch geistlich sehr gut! Luca ist ein Mann der Anbetung und des Gebets, gottesfürchtig und integer. Seine Liebe zu Israel ist eng mit seiner Liebe zu Jesus und zum Wort Gottes verwoben. Da haben wir ein starkes gemeinsames Fundament.

Luca Hezel: Mit mir als 1. Vorsitzendem gibt es zwar einen Generationswechsel, aber keinen Richtungswechsel. Wir werden weiterhin unserem Auftrag an Israel, der Gemeinde Jesu und unserer Gesellschaft treu bleiben. Wir werden weiterhin Wert legen auf die fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen Israelwerken sowie unseren jüdischen Partnern. Und wir werden weiterhin unsere Stimme erheben und um „Zions willen nicht schweigen“. Was meine konkrete Leitungsarbeit angeht, stehen für mich die innere Stabilität, eine motivierte Mitarbeiterschaft sowie gute Kommunikation in direktem Zusammenhang mit unserer Außenwirkung und dem Maß an Segen, welchen wir durch unsere Arbeit Richtung Israel, Richtung Gemeinde und Richtung Gesellschaft senden können. Man kann das vergleichen mit einem Baum, welcher „nach unten Wurzeln schlägt und nach oben Früchte trägt“. Beides ist notwendig, beides bedingt sich gegenseitig und beides ist mir gleichermaßen wichtig. In der Wirkung nach außen liegt mir die Fortführung der guten Zusammenarbeit mit Harald (nun als Präsident) sehr am Herzen und ich freue mich auf den gemeinsamen Weg, der vor uns liegt.

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