Seit 25 Jahren operiert die israelische Organisation „Save a Child’s Heart“ (Rette ein Kinderherz) Kinder aus Entwicklungsländern einschließlich der palästinensischen Gebiete mit angeborenen Herzfehlern. Viele der jungen Patienten kommen aus Ländern, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel pflegen.

„Die meisten Menschen wissen nicht, dass etwa eines von 100 Kindern mit einer angeborenen Herzkrankheit auf die Welt kommt. Und obwohl die meisten dieser Kinder korrigierbare Bedingungen haben, wird die Mehrheit von ihnen vor dem Alter von 20 Jahren sterben“, sagte der leitende Chirurg von „Save a Child’s Heart“, Lior Sasson. Denn es mangele an Einrichtungen und Ärzten, die lebensrettende Herzoperationen oder Katheterisierungen durchführen könnten, die sie so dringend benötigten. Jedes gerettete Kind habe das Potential, die Welt zu verändern. Der Israeli ergänzte: „Wir hoffen, dass wir, indem wir Herzen heilen, Brücken des Friedens bauen, von Person zu Person, von Nation zu Nation, und Herz für Herz die Welt retten.“

Kostenlose Sprechstunde für Palästinenser

„Save a Child’s Heart“ ist seit 1995 aktiv. Das Hilfswerk hat bislang mehr als 5.000 Kinder aus 62 Ländern gerettet. Mehr als die Hälfte waren Palästinenser aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen. Jeden Dienstag kommen 20 bis 30 junge Palästinenser mit ihren Eltern zur kostenlosen Sprechstunde in die Herzklinik im Wolfson-Krankenhaus in Holon, südlich von Tel Aviv, wo „Save a Child’s Heart“ seinen Sitz hat. Die Kinder, die von ihrer Operation genesen oder darauf warten, stammen aber nicht nur aus den palästinensischen Gebieten, sondern auch aus, Äthiopien, dem Senegal, Sansibar, Tansania, Rumänien, Myanmar und von den Fidschi-Inseln und zahlreichen anderen Ländern. Ferner trainiert „Save a Child’s Heart“ medizinisches Personal aus der Palästinensischen Autonomie und afrikanischen Ländern.

Ein Beispiel: Notoperation von Lama aus dem Gazastreifen

Die sechs Monate alte Lama aus dem Gazastreifen hatte durch einen Defekt an ihrem Herzen einen unnatürlichen Blutfluss zwischen zwei Arterien. Das machte eine Operation notwendig. Im Gazastreifen behandelte zunächst der Kardiologe Fajes Schakalia das Mädchen. Schakalia war zuvor von israelischen Experten geschult worden. Nachdem Lamas Behandlung zunächst gut verlief, missglückte der Einsatz eines Katheters. Schakalia sah die einzige Rettung in einer Operation am offenen Herzen in Israel.

Im Eilverfahren stellte das Personal einen Einreiseantrag für Lama. Gleichzeitig wurden die Behörden im Gazastreifen gebeten, sie mit ihrer Mutter ausreisen zu lassen. Nach der Zustimmung beider Seiten brachte ein Krankenwagen das Mädchen im Mai 2020 durch den Eres-Übergang zum Wolfson-Krankenhaus in Holon zu „Save a Child’s Heart“. Nach der erfolgreichen Operation erholt sich Lama nun auf der Kinder-Intensivstation.

Bild: Hadas Parush/Flash90: Save a Child’s heart

Mutter ist glücklich

Die Chefin der Kinder-Kardiologie, Alona Raucher-Sternfeld, sagte laut der Zeitung „Jerusalem Post“: „Wir arbeiten mit Doktor Schakalia und unseren Partnern in Gaza bereits seit Jahren zusammen. Dank dieser Kooperation konnten wir in den vergangenen Jahren mehr als 2.500 palästinensische Kinder behandeln – sowohl aus dem Westjordanland als auch aus Gaza.“ Lamas Mutter sagte: „Ich war sehr nervös, hierher zu kommen. Es ist mein erstes Mal in Israel, aber jetzt ist alles perfekt. Mein Baby ist gerettet und die Ärzte kümmern sich um alles.“ Lama und ihre Mutter kehren zurück in den Gazastreifen, sobald sich das Mädchen erholt hat.

2018 hat der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA/New York) das Hilfswerk „Save a Child’s Heart“ mit dem renommierten „UN Population Award“ ausgezeichnet. (Israelnetz/Redaktion)

Foto-Legende:
Ein palästinensisches Mädchen im Wolfson-Krankenhaus in Holon (bei Tel Aviv) mit seinen Eltern und einem Arzt von „Save a Child’s Heart“ bei einem Gespräch vor dem Eingriff am Herzen der jungen Patientin. Foto: Hadas Parush/Flash90