Das israelische Gesundheitsministerium hat am 2. Juli 2020 vermeldet, dass in den 24 Stunden zuvor 1.107 Corona-Neuinfektionen registriert wurden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Gesundheitsminister Juli Edelstein (Likud) erklärte am Abend des Tages: „Wir haben in einer Illusion gelebt, dass sich nur junge Leute anstecken und wir uns keine Sorgen machen müssen. In den letzten Tagen haben wir gemerkt, dass es im Kampf gegen das Coronavirus keine Wunder gibt.“

Zwei israelische Polizistinnen erteilen am 3. Juli 2020 in Jerusalem einer Frau, die ohne Schutzmaske unterwegs war, eine Geldstrafe. Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

 

Insgesamt liegt die Zahl der aktiven Corona-Fälle nun bei 9.618. Seit Ausbruch der Pandemie registrierten die Behörden in Israel 27.542 Infektionen. 27 Patienten werden derzeit beatmet. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich um drei auf 325 Personen.

Neue Beschränkungen in Kraft: Nur bis zu 50 Personen in Gebetshäusern

Als Reaktion auf die seit Tagen steigenden Neuinfektionen hat die israelische Regierung neue Maßnahmen bekanntgegeben. Demnach dürfen in Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Zuvor waren es 250. Andere Versammlungen in geschlossenen Räumen werden auf 20 Personen begrenzt. Das berichtet die Zeitung „Times of Israel“. Ob die verschärften Regelungen auch Restaurantbesitzer treffen, ist indes noch unklar. Gesundheitsministerium und Finanzministerium konnten hier keine Einigung erzielen.

Auf einer Pressekonferenz am 2. Juli 2020 sagte Premier Benjamin Netanjahu (Likud): „Das Virus ist immer noch im großen Stil da.“ Der Kampf gegen das Virus werde noch viel Zeit brauchen. Neben den verschärften Versammlungsbeschränkungen kündigte Netanjahu ein neues Wirtschaftspaket an. Dieses solle Israelis ein „Sicherheitsnetz“ bieten. Das auf sechs Monate angelegte Rettungspaket soll Unternehmen zugutekommen, die besonders unter den virusbedingten Schließungen zu leiden haben. Den finanziellen Umfang teilte Netanjahu nicht mit.

Auch die Palästinensische Autonomiebehörde reagierte auf die steigenden Infektionszahlen. Im Westjordanland begann am 3. Juli 2020 ein fünftägiger Lockdown. Dort wurden binnen 24 Stunden 68 neue Fälle gemeldet. (Israelnetz)