Angesichts des starken Anstieges der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Netanjahu dazu aufgerufen, die Schutzmaßnahmen gegen das Virus einzuhalten, insbesondere das Abstandhalten, das Tragen von Masken und sorgfältige Hygiene. Zudem besuchte er das Israelische Institut für Biologische Forschung (IIBR) in Nes Ziona, in dem an einem Impfstoff gegen COVID-19 geforscht wird.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (Mitte) mit Verteidigungsminister und Vize-Premierminister Benny Gantz (rechts) und Gesundheitsminister Yuli Edelstein (links) im Institut für Biologische Forschung (IIBR) in Nes Ziona (südlich von Tel Aviv-Jaffa) am 7. Juni 2020. Foto: GPO/Amos Ben Gershom

 

Bei der Kabinettssitzung am 7. Juni 2020 sagte Benjamin Netanjahu unter anderem: „In der Welt sind heute fast sieben Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das inzwischen etwa 400.000 Menschen das Leben gekostet hat. Auch in unserer Region hat sich die Situation nicht verbessert. Neben dem Iran und der Türkei, die zusammen mehrere Zehntausend Tote zu beklagen haben, haben wir in letzter Zeit auch einen starken Anstieg in Ägypten und Saudi-Arabien erlebt. Saudi-Arabien öffnete Moscheen und schloss sie dann angesichts dieses Ausbruchs. Selbst hier in Israel haben wir in den letzten Tagen einen starken Anstieg der Infektionsraten erlebt. Wie ich immer wieder gesagt habe: Das Virus ist hier. Es ist kein Hirngespinst, weder von mir noch von jemand anderem.

Die Länder, die die Gefahreneinschätzung der Pandemie reduziert und eine sehr nachsichtige und sehr liberale Politik verfolgt haben, haben – nachdem sie Tausende von Toten zu beklagen hatten – verstanden, dass sie keine andere Wahl haben, als Maßnahmen zu ergreifen und Beschränkungen aufzuerlegen, wie wir sie von Beginn an ergriffen haben.  

Heute werden der Verteidigungsminister, der Gesundheitsminister und ich selbst zum Israelischen Institut für Biologische Forschung (IIBR) in Nes Ziona fahren, wo wir uns über die Fortschritte bei den Bemühungen um einen Impfstoff informieren werden. Wir alle hoffen und beten, dass diese Bemühungen erfolgreich sein werden, aber es ist unmöglich, darauf aufzubauen – nicht auf diesen und nicht auf dem, was in den anderen Instituten und Unternehmen auf der ganzen Welt geschieht. Wir alle müssen verstehen, dass von uns allen erwartet wird, dass wir lange Zeit in der Coronavirus-Routine leben werden. Wenn wir uns nicht streng an die Vorschriften halten, was das Tragen von Masken, das Einhalten des Abstands und die Hygiene betrifft, werden wir unsere Ziele nicht erreichen oder die Wirtschaft wieder auf Kurs bringen können. Deshalb bitte ich Sie, halten Sie sich streng an die Regeln – für die Gesundheit, für das Leben und für die Arbeit.“

Impfstoff

Bei seinem Besuch im Israelischen Institut für Biologische Forschung (IIBR) am 7. Juni 2020 sagte Netanjahu u.a.:  „Ich würde mich darauf konzentrieren, einen Impfstoff zu finden, aber gleichzeitig würde ich auch jene Aspekte der Forschung fördern, die uns in die Lage versetzen, bei Tests, Schnelltests und Antikörpernachweisen voranzukommen, um eine Situation zu erreichen, in der wir es der israelischen Bevölkerung, und zwar der gesamten Bevölkerung, ermöglichen können, auch ohne Impfstoff zu funktionieren. Dies sind zwei Herausforderungen, und wenn Sie sich für eine entscheiden müssen – einen Impfstoff. Aber wenn Sie in der Lage sind, beide gleichzeitig zu meistern – dann tun Sie das. Ich sage Ihnen das, weil Sie alle Hoffnungen der Bürger Israels und des Staates Israel tragen.“ (Amt des Premierministers/Redaktion)