„Mein Mädchenname ist Abramovich und ich stamme aus Russland. Ich war damals das einzige jüdische Kind in meiner Klasse. Jeder neue Lehrer, der die Schülerliste gesehen hat, stellte die Frage: „Wer von euch ist diese Abramovich?“ Ich war die Einzige in meiner Klasse mit braunen Augen und lockigem Haar. Andere Kinder lachten deswegen über mich: „Wasch dir die Augen, du bist schmutzig!“ Ich fühlte mich immer hässlich in der Gesellschaft der Anderen. Wenn es mir zu schwer wurde, lief ich zu meiner Großmutter, sie umarmte mich, streichelte meine Haare und wiederholte immer wieder: „Du wirst es schaffen, du wirst es durchstehen, weil du eine Abramovich bist“.

Das Ehepaar Osipov freut sich auf das Wiedersehen mit Enkeln und Kindern

Ich wusste nicht was sie meinte, ich wusste nicht was Nationalität ist oder warum ich mich so anders fühle als andere Kinder, aber ich wollte immer mein Volk finden, wo ich nicht mehr fremd sein werde.
Als meine jüngste Tochter dann im Alter von 18 Jahren Alijah machte, war sie die Erste aus unserer Familie die diesen Schritt gewagt hat. Ich gab ihr einen Umschlag mit unserem letzten Geld und sagte: „Wenn du das Gefühl hast, dass es zu schwer wird für dich, dass du nicht mehr zurechtkommst, dass es unerträglich wird, dann nimm dieses Geld, nimm einen Bus zum Flughafen und von dort ein Flugzeug zurück nach Russland.“

Nach zwei Jahren besuchte ich dann meine Tochter Olya in Israel. Bei ihr angekommen gab sie mir etwas das ich zuerst nicht wiedererkennen konnte. Ein Stück Papier mit verblassten Bildern und einem Stempel. Man konnte sehen, dass viele Tränen darauf getropft waren. „Ich brauche es nicht mehr“, sagte Olya.

In diesem Moment wurde mir klar, dass es derselbe Umschlag war, welchen ich ihr für eine mögliche Rückreise damals in die Hand gedrückt hatte! Mein kleines Mädchen, sie hatte am Anfang eine so schwere Zeit, weinte nachts und hielt dabei diesen Umschlag fest in ihren Händen, aber sie ist so kämpferisch, dass sie alles überstanden hat.

Meine älteste Tochter, Maria, hat inzwischen auch Alijah gemacht. Sie ist verheiratetet und hat zwei süße Kinder, Eliyahu und Lea, im Alter von 6 und 3 Jahren. Nun sind wir an der Reihe. Wir werden Alijah machen und gehen zu unseren Kindern und Enkeln und ich kann es kaum erwarten, bis ich sie alle umarmen kann!

Wir möchten zuerst in die Hinanit-Siedlung gehen und dem Programm „First Home in the Homeland“ beitreten. Mein Mann Vjatscheslaw und ich wollen in Israel unabhängig sein und uns zu Hause fühlen, deshalb ist unsere erste Priorität in den ersten sechs Monaten Hebräisch zu lernen. Meine Familie gehört zu den Bergjuden. Als ich die Informationen über Hinanit las, wusste ich sofort, dass wir nur dort leben wollen! Hinanit wurde 1981 von der Gemeinschaft der Bergjuden aus dem Kaukasus (Region in Südrussland) gegründet.

Das Ehepaar Osipov hat am 23.07.2018 Alijah aus Russland gemacht. Ihr Flugticket wurden von Christen an der Seite Israels gesponsert! Sie werden am Programm der Jewish Agency „First Home in the Homeland“ teilnehmen, welches ebenfalls von Christen an der Seite Israels unterstützt wird.

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