In Haifa ist das Denkmal, das an das Flüchtlingsschiff „Exodus 1947“ erinnert, eingeweiht worden. Das Denkmal hat die Form eines Ankers, der an die Kontur des Staates Israel angelehnt ist. Unter den Hunderten Anwesenden waren am 18. Juli 2017 in Haifa auch 150 Holocaust-Überlebende, die damals mit der „Exodus 1947“ nach Israel gekommen waren.

Genau vor 70 Jahren, zwischen dem 11. und 18. Juli 1947, war das jüdische Flüchtlingsschiff „Exodus 1947“ von der südfranzösischen Hafenstadt Sète zum britischen Mandatsgebiet Palästina unterwegs. An Bord waren 4.515 Passagiere, überwiegend Holocaust-Überlebende, und 39 Besatzungsmitglieder. Am letzten Tag der Fahrt, am frühen Morgen des 18. Juli 1947, enterten britische Soldaten das Schiff und hinderten die Flüchtlinge daran, in das Land Israel und damit in das Gebiet einzuwandern, in dem 10 Monate später der jüdische Staat gegründet wurde. Als Reaktion kam es zu einer weltweiten Empörung über das Vorgehen der Briten.

Die „Exodus 1947“ kurz nach dem Entern durch britische Soldaten am 18. Juli 1947. (Foto gemeinfrei)

Das Schiff hatte ursprünglich den Namen „President Warfield“ und wurde mit einer feierlichen Zeremonie am 17. Juli 1947 in „Exodus 1947“ umbenannt. Dabei ist auch die spätere israelische Nationalhymne „Hatikwa“ gesungen und die weiß-blaue Staatsflagge mit dem Davidstern gehisst worden.

Die Briten versuchten am frühen Morgen des 18. Juli 1947, das Schiff zu entern. Sie stießen zunächst auf Widerstand, bis die Briten anfingen, von Schusswaffen Gebrauch zu machen. Nachdem es nicht nur zahlreiche Verletzte, sondern auch vier Tote gab (einen Soldaten, ein Besatzungsmitglied und zwei Passagiere), ordnete der Kapitän an, den Widerstand aufzugeben (wofür er später kritisiert wurde). Unter Begleitung britischer Kriegsschiffe lief die „Exodus 1947“ dann am Nachmittag des 18. Juli 1947 in Haifa ein.

Das Schiff blieb in dem Hafen, die Passagiere wurden auf drei andere Schiffe verlegt und kamen erst nach Frankreich und dann nach Deutschland. Dort wurden die Menschen in Lagern interniert.

Es kam zu einer weltweiten Empörung über das Vorgehen der Briten. Die jüdische Einwanderung in das Mandatsgebiet ging jedoch weiter, wobei tausende Einwanderer von den Briten gefangen und in Auffanglager nach Zypern geschickt wurden. Erst nach der Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948 konnten am Ende alle nach Deutschland oder Zypern verschleppten Juden nach Israel einwandern.

Die Irrfahrt der „Exodus“ inspirierte den amerikanischen Schriftsteller Leon Uris zu seinem gleichnamigen Doku-Roman. Dieser wurde 1960 von Otto Preminger verfilmt, mit Paul Newman in der Hauptrolle. (Redaktion/Israelnetz)

 

 

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