Beim Baseler Kongress Ende August 1897. (Wikipedia gemeinfrei)

Vor 120 Jahren – vom 29. bis zum 31. August 1897 – wurde beim 1. Zionistischen Weltkongress in Ba­sel/Schweiz ein großer Meilenstein auf dem Weg zum Staat Israel ge­legt. 51 Jahre danach- am 14. Mai 1948 –  ist die zionis­tische Vision, maßgeblich vorange­trieben von Theodor Herzl, Realität geworden.

Trotz formaler Gleichstellung für die jüdische Bevölkerung in Westeu­ropa im 19. Jahrhundert kam es nicht zum Ende von Ablehnung, Ausgren­zung und Diskriminierung der Juden und auch nicht zu ihrer Integration in den Ländern, in denen sie lebten. In Osteuropa gab es weiter Unter­drückung und sogar Verfolgung und Vertreibung, besonders nach der Ermordung von Zar Alexander II. im Jahre 1881 in Russland.

Theodor Herzl

Als Reaktion darauf entstand der Zionismus als nationale jüdische Bewegung, deren prominentester Vertreter Theodor Herzl (1860–1904) wurde. In einer Zeit des stärker wer­denden rassistischen Antisemitismus erkannte der in Budapest geborene Journalist, dass die Judenfeindlich­keit wohl niemals aufhören würde. Ihm wurde klar, dass die „Judenfra­ge“, wie er es formulierte, nur durch die Errichtung eines eigenen jüdi­schen Nationalstaates gelöst wer­den könnte. Dies beschrieb Herzl in seinem epochalen Werk „Der Juden­staat“, erstmals veröffentlicht im Jah­re 1896. Um seine Vision zu verwirk­lichen, berief er mit Gleichgesinnten den ersten Zionistischen Weltkon­gress ein, der vom 29. bis 31. August 1897 in Basel stattfand.

Den Vorsitz der Versammlung mit 204 Delegierten aus jüdischen Ge­meinden zahlreicher Länder hatte Theodor Herzl. Dieser wurde auch zum Präsidenten der von den Teil­nehmern gegründeten Zionistischen Weltorganisation (WZO) gewählt. Das wichtigste Ergebnis des Kongres­ses war die Formulierung des Baseler Programmes, in dem es u. a. heißt: „Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für diejenigen Juden, die sich nicht anderswo assimi­lieren können oder wollen.“ „In Basel habe ich den Judenstaat gegründet“

Drei Tage nach dem Baseler Kon­gress, am 3. September 1897, schrieb Herzl in sein Tagebuch: „Fasse ich den Baseler Kongress in ein Wort zu­sammen – das ich mich hüten werde, öffentlich auszusprechen –, so ist es dieses: in Basel habe ich den Juden­staat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es je­der einsehen.“

Diese prophetisch anmutende Aussage Herzls sollte sich tatsächlich erfüllen: Am 29. November 1947, also 50 Jahre später, schufen die Verein­ten Nationen mit der UN-Resolution 181 die völkerrechtliche Vorausset­zung für die Gründung eines jüdi­schen Staates in „Palästina“. Ein gutes halbes Jahr danach, am 14. Mai 1948, ist dann der Staat Israel gegründet worden. Joachim Kudlek

 

 

 

Pin It on Pinterest

Shares
Share This