Die UNESCO hat die Altstadt von Hebron – und damit auch das Grab der Patriarchen – zum palästinensischen Weltkulturerbe ausgerufen und zugleich auf die Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Aus Israel kam heftige Kritik an dieser Entscheidung. Premier Netanjahu kündigte an: „Wir werden auch weiterhin das Grab der Patriarchen, die Religionsfreiheit für alle und die Wahrheit schützen.“

Die Machpela – das Grab der Patriarchen in Hebron. Foto: Nati Shohat/ Flash90.

Laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ stimmten beim UNESCO-Treffen am 7. Juli 2017 in Krakau auf Antrag der Palästinenser zwölf Mitgliedsstaaten für die Resolution. Drei Länder stimmten dagegen, während sich sechs enthielten.

„Wir haben alles versucht, was in unserer Macht stand“, sagte der israelische UNESCO-Botschafter Carmel Schama Hacohen: „Die Polen haben unserer Abmachung eine Absage erteilt und haben uns verkauft.“ Die Profiteure seien die arabischen Staaten. Die israelische Regierung werde angemessen auf diese Entscheidung reagieren, damit das jüdische Leben und seine Überlieferung in Hebron nicht darunter leide, sondern gedeihe.

Auch der israelische Bildungsminister Naftali Bennett reagierte wütend: „Die jüdische Verbindung zu Hebron geht Tausende Jahre zurück.“ Hebron und das Grab der Patriarchen seien die ältesten Kulturerbestätten des jüdischen Volkes.

Jüdische Geschichte der Stadt Hebron

Nach jüdischer Tradition liegen in der Stadt vier „Väter“ begraben: Abraham, Isaak, Jakob und Adam. Deshalb trägt Hebron schon in biblischer Zeit den Namen „Kirijat Arba“, „Stadt der Vier“. Gleich nach Jerusalem rangiert der Ort als heilige Stätte des Judentums, denn schon Abraham hat den hethitischen Ureinwohnern des Landes Kanaan die legendäre Höhle Machpela abgekauft. Sie ist die Grabstätte der biblischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob.

Hebron war die erste Residenzstadt des Königs David. Erst in den Jahren 1929 und 1935/36 wurde die jüdische Gemeinde mit einer Jahrhunderte alten Tradition durch arabische Pogrome endgültig ausgelöscht. Nach der Eroberung des besetzten Westjordanlandes von Jordanien durch Israel siedelten wieder Juden in der Stadt. Deshalb ist Hebron wie kaum ein anderer Ort emotionaler Brennpunkt des biblischen Anspruchs, den Juden auf das Land Israel erheben. Heute ist sie die einzige Stadt, in der eine jüdische Gemeinde inmitten einer palästinensisch-arabischen Bevölkerung lebt.

Israels Premier Benjamin Netanjahu gab folgende Stellungnahme dazu ab: „Diesmal haben sie (die UNESCO) beschlossen, dass das Grab der Patriarchen in Hebron eine palästinensische Stätte sei, was bedeutet, dass sie nicht jüdisch sei, und dass die Stätte in Gefahr sei. Keine jüdische Stätte? Wer ist dort begraben? Abraham, Isaac, Jakob, Sarah, Rebecca und Leah, unsere Patriarchen und Matriarchen! Und diese Stätte ist gefährdet? Es sind nur diese Stätten, wo Israel ist, wie in Hebron, wo die Religionsfreiheit gesichert ist. Im Nahen Osten werden an jedem anderen Ort Moscheen, Kirchen und Synagogen gesprengt, an Orten, wo Israel nicht ist. Wir werden auch weiterhin das Grab der Patriarchen, die Religionsfreiheit für alle und die Wahrheit schützen.“

(Redaktion/Israelnetz)

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