Über 500 syrische Patienten in Israel versorgt

 

Dem Feind die Hand entgegenstrecken: Israelische Mediziner haben im vergangenen Jahr mehr als 500 verwundete Syrer behandelt. Seit Februar 2013 kommen Bürgerkriegsopfer an die Grenze und bitten das israelische Militär um Hilfe.

Dem Feind die Hand entgegenstrecken: Israelische Mediziner haben im vergangenen Jahr mehr als 500 verwundete Syrer behandelt. Seit Februar 2013 kommen Bürgerkriegsopfer an die Grenze und bitten das israelische Militär um Hilfe.

Rund 40 Prozent der Patienten wurden Armeeangaben zufolge in einem Feldlazarett versorgt, das die israelischen Streitkräfte nahe der syrischen Grenze errichtet haben. Es ist für die Verwundeten bestimmt, die einen Weitertransport möglicherweise nicht überleben würden. Weniger schwer verletzte Syrer werden in Zivilkrankenhäuser gebracht, nachdem sie untersucht wurden und Erste Hilfe erhalten haben. Das Siv-Krankenhaus in Safed und die Rambam-Klinik in Haifa nehmen den größten Teil dieser Verwundeten auf.
Der Kommandeur des Sanitätskorps‘ in Nordisrael, Tarif Bader, berichtete auf einem Kongress in Tel Aviv von der Hilfe für die syrischen Patienten. Als besondere Herausforderung bezeichnete er die Zeitspanne, die von der Verletzung bis zur ärztlichen Versorgung vergeht. Diese sei mitunter deutlich länger, als wenn die Sanitäter israelischen Soldaten helfen. „Die medizinische Hilfe in Syrien ist sehr rudimentär“, wird Bader in einer Mitteilung der Armee zitiert. „Manchmal bekommen wir Briefe von der anderen Seite, auf Arabisch verfasst, und sie beschreiben, was dem Verwundeten passiert ist und wie die Behandlung sein muss.“
Ethisches Dilemma bringt unerwartete Wendung
Das Feldlazarett wurde errichtet, nachdem im Februar 2013 erstmals sieben Syrer über die Grenze nach Israel gekommen waren und um Behandlung baten. Infolgedessen beschlossen die Israelis eine gemeinsame Aktion des Sanitätskorps‘ mit dem zivilen Gesundheitswesen. Ziel war es, syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen eine Behandlung in Israel zu ermöglichen.
Der oberste Sanitätsoffizier Itzik Kreis sagte auf der Konferenz: „Wir sind immer geprägt von dem Grundsatz, jedem eine ärztliche Behandlung zu geben, der sie nötig hat. Aber dieses Jahr hat dieses ethische Dilemma erstmals eine neue Wendung hervorgerufen – als wir aufgefordert wurden, unsere humanitären Bemühungen nicht an Orte zu richten, die Tausende Kilometer von uns entfernt sind, sondern an unsere Grenze zu einem feindlichen Staat.“
Das Militär setzt für die Versorgung der Syrer 20 Offiziere ein. Zu ihnen gehören Ärzte, Chirurgen und Schwestern, aber auch Logistikfachleute. „Das ist ein zusätzlicher Ausdruck des Geistes der israelischen Armee – jedem eine Hand auszustrecken, der krank oder verletzt ist, ob Freund oder Feind, jedem Menschen“, erläuterte Kreis. (Israelnetz)
Bild: Blick in das syrische Flüchtlingslager Zaatari im Nord-Libanon, das im Juli 2012 eröffnet wurde. Foto: Atta Jabr/FLASH90

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