Nachdem der Großmufti von Jerusalem den Tempelberg-Boykott am 27. Juli 2017 für beendet erklärt hatte, versammelten sich am 28. Juli Tausende Muslime zum Freitagsgebet auf und an dem Tempelberg. Die israelische Polizei hatte den Zugang zum Areal für Männer unter 50 Jahren gesperrt. Der Jerusalemer Polizeichef Joram Halevi nannte als Grund für die Maßnahme Informationen über geplante Ausschreitungen durch Extremisten.

Kontrolle in der Altstadt von Jerusalem am 28. Juli 2017, nachdem die israelische Polizei den Zugang zum Tempelberg für Männer unter 50 Jahren gesperrt hatte. Foto: Miriam Alster/Flash90

In der Stadt kam es bis zum Nachmittag zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und der Polizei, etwa im Ostjerusalemer Stadtteil Wadi Al-Dschos nördlich der Altstadt. Einige Protestler trugen Mützen mit der Spruch „Ich bin ein Muslim und ich werde für Al-Aksa bluten“, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Die Polizei agierte an besonderen Punkten mit einem verstärkten Aufgebot. Straßen, die zum Tempelberg führen, wurden für den Verkehr gesperrt.

Um kurz vor halb drei Ortszeit teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, die Lage am Tempelberg „ist wieder normal“. „Wer werden allen, die es wünschen, das Beten erlauben, aber die heilige Stätte wird nicht als Provokation gebraucht werden.“

Messerangriff bei Bethlehem

Im Westjordanland stellte sich die Armee auf Unruhen ein und sorgte für zusätzliche Einheiten, die auf Abruf eingesetzt werden können. Am Nachmittag kam es zu Zusammenstößen am Rahelgrab bei Bethlehem, sowie in Nablus, Kalkilija und Hebron. An der Gusch-Etzion-Kreuzung südwestlich von Bethlehem griff ein Palästinenser Soldaten mit einem Messer an. Der Angreifer wurde erschossen, keiner der Soldaten wurde verletzt.

Am 28. Juli 2017 wurde außerdem bekannt, dass ein Palästinenser an seinen Verletzungen vom 24. Juli 2017 gestorben ist. Er hatte sich nahe Jerusalem an den Unruhen beteiligt und war von einer Kugel im Kopf getroffen worden.

Al-Aksa-Moschee geräumt

Bereits am 27. Juli 2017 war es zu Ausschreitungen gekommen, nachdem religiöse und politische Führer Muslimen wieder erlaubt hatten, den Tempelberg zu betreten. Der Rettungsdienst Roter Halbmond sprach laut der Nachrichtenseite „Walla“ von mehr als 100 verletzten Gläubigen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte nach einer Unterredung mit Vertretern des Sicherheitsapparates zusätzliche Einheiten der Grenzpolizei angefordert.

Bei den Unruhen zeigten die Beteiligten palästinensische Flaggen auf der Al-Aksa-Moschee. Zudem verbarrikadierten sich einige in dem Gebäude. Die Polizei stürmte es daraufhin. Zuvor hatten die Sicherheitskräfte wie auch Vertreter der islamischen Aufsichtsbehörde Wakf die Demonstranten gewarnt. Letztlich wurden mehr als 100 Personen festgenommen.(Israelnetz)

 

 

Pin It on Pinterest

Shares
Share This