Die Mehrheit der Israelis denkt, dass die Entfernung der Metall-Detektoren am Eingang zum Tempelberg einer Kapitulation der israelischen Regierung gleichkommt. Laut einer Umfrage, die der Sender „Kanal 2“ am 25. Juli 2017 veröffentlicht hat, sind es 77 Prozent der Bevölkerung. Nach dem Verhalten des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu in der Krise befragt, finden es 67 Prozent „nicht gut“, 23 Prozent bewerten es als „gut“. Auf die Frage, ob es die richtige Entscheidung war, die Metalldetektoren überhaupt aufzustellen, antworteten 68 Prozent mit „Ja“.

Die Metall-Detektoren am Löwentor in Jerusalem, die nach dem Anschlag am 14. Juli 2017 aufgestellt wurden, sind am 25. Juli 2017 wieder entfernt worden. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am 24. Juli 2017 entschieden, die Metall-Detektoren am Löwentor nahe des Tempelberges abzubauen. Am frühen Morgen des 25. Juli 2017 wurden die sicherheitstechnischen Geräte entfernt. Als Ersatz sollen weitere Spezialkameras eingesetzt werden, um Waffen und Sprengstoff aufzuspüren.

Zuvor hatte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gegen die Sicherheitsmaßnahme protestiert und gefordert, die Metall-Detektoren abzubauen, die Israel nach dem tödlichen Anschlag auf zwei Grenzpolizisten am 14. Juli 2017 am Tempelberg aufgestellt hatte. Die Angreifer hatten vor ihrem Attentat Gewehre und andere Waffen auf das Gelände geschmuggelt.

Kameras ergänzen Detektoren

Zudem hatte Israel neben den Detektoren Sicherheitskameras aufgestellt. Diese können entdecken, ob Personen mit Gewehren, Messern oder anderen Waffen ausgestattet sind, wenn sie sich nähern.

Muslimische Beter boykottierten die Sicherheitsschleusen und zogen es vor, außerhalb des Tempelberggeländes zu beten. Dazu hatte die islamische Aufsichtsbehörde Wakf aufgerufen. Metalldetektoren gab es zuvor nur beim Aufgang in der Nähe der Klagemauer, der nichtmuslimischen Besuchern vorbehalten ist.

An mehreren Tagen gab es gewaltsame muslimische Protesten gegen die Sicherheitsschleusen, bei denen fünf Palästinenser ums Leben kamen. In der Siedlung Halamisch in Samaria erstach am 21. Juli 2017 ein 19-jähriger Palästinenser drei Mitglieder einer jüdischen Familie, die beim Schabbatessen saßen. Der Attentäter wollte sich nach eigenen Angaben für die „Beschmutzung des Tempelbergs“ rächen. (Redaktion/Israelnetz)

 

 

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