Sechs Jahre Haft für Olmert

Zum ersten Mal in der Geschichte Israels ist ein früherer Regierungschef zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden: Am 13. Mai 2014 hat Ehud Olmert sechs Jahre Haft wegen Bestechung erhalten. Er kündigte an, in Berufung zu gehen.

Zum ersten Mal in der Geschichte Israels ist ein früherer Regierungschef zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden: Am 13. Mai 2014 hat Ehud Olmert sechs Jahre Haft wegen Bestechung erhalten. Er kündigte an, in Berufung zu gehen.

Die Richter des Tel Aviver Bezirksgerichts setzten das Strafmaß für insgesamt sieben Personen fest. Sie alle waren am Korruptions-Skandal beim Bau des Holyland-Gebäudekomplexes in Jerusalem beteiligt. Bereits Ende März hatte das Gericht Olmert wegen Bestechung verurteilt, das Strafmaß dabei aber noch nicht verhängt.

Olmert beteuerte noch vor der erfolgten Verkündigung des Strafmaßes einmal mehr seine Unschuld, berichtete die Online-Zeitung „Times of Israel“. „Das ist ein trauriger Tag. Ein Tag, an dem ein unschuldiger Mann bestraft wird.“ Neben den sechs Jahren Gefängnisstrafe verhängte das Gericht für Olmert auch eine Geldstrafe von umgerechnet 434.000 Euro und zwei Jahre Haft auf Bewährung. Im Anschluss an den Richterspruch kündigte Olmert an, beim Obersten Gericht in Berufung zu gehen.

Der Richter David Rosen fand scharfe Worte für die Verurteilten. Menschen, die im öffentlichen Bereich arbeiten und Bestechungsgelder annehmen, seien „Verräter“. „Bestechung verpestet den öffentlichen Sektor; an ihr zerbricht die Struktur der Regierung. Wer Bestechung annimmt, ist wie ein Verräter, der das öffentliche Vertrauen missbraucht, das man ihm gegeben hat. Ohne dieses Vertrauen funktioniert der öffentliche Dienst nicht.“ (Israelnetz)


Olmert war von April 2006 bis März 2009 Ministerpräsident Israels und von 1993 bis 2003 Bürgermeister Jerusalems.

Bild: Ehud Olmert am 13. Mai 2014 im Tel Aviver Bezirksgericht. Foto: Yotam Ronen/POOL/Flash90

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