Rivlin: Kein Beschneidungsverbot in Israel

Der Vorsitzende der israelischen Knesset, Reuven Rivlin (Likud), hat das deutsche Gerichtsurteil zur Beschneidung kritisiert. Der Mensch solle die Beziehungen zwischen Gläubigen und Gott nicht stören, erklärte er am 27. Juni 2012 im Deutschen Bundestag.

Der Vorsitzende der israelischen Knesset, Reuven Rivlin (Likud), hat das deutsche Gerichtsurteil zur Beschneidung kritisiert. Der Mensch solle die Beziehungen zwischen Gläubigen und Gott nicht stören, erklärte er bei einem Besuch im Deutschen Bundestag. In Israel werde es sicher nicht zu einem Verbot von Beschneidungen kommen, sagte Rivlin am 27. Juni 2012 bei einer Begegnung mit dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) in Berlin.

Am 26. Juni 2012 war bekannt geworden, dass das Landgericht Köln die religiöse Beschneidung bei Kindern in einem Urteil als Körperverletzung gewertet und den Eingriff damit für strafbar erklärt hat. Lammert erklärte, er sehe das Urteil „mit großer Gelassenheit“. In diesem Punkt sei „sicher nicht das letzte Wort gesprochen“. Die Entscheidung trifft vor allem Juden und Muslime, bei denen die Beschneidung zur religiösen Tradition gehört.

Rivlin hält sich seit dem 26. Juni 2012 in Deutschland auf. Gemeinsam mit Lammert besuchte er am Nachmittag des Tages das Mahnmal Gleis 17 in Berlin-Grunewald. Während des Nationalsozialismus waren vorwiegend von diesem Bahnhof 50.000 Berliner Juden in Konzentrationslager deportiert worden. Am Mittwoch trafen sich die Politiker zu Gesprächen im Bundestag.

 

Rivlin: „Deutschland weiß, was Teamwork bedeutet“
Anschließend lobte Lammert die „Besonderheit der Beziehungen“ zwischen Israel und Deutschland. Die gemeinsame Historie der Staaten werde deren Verhältnis auch künftig prägen. Rivlin erklärte, die demokratischen Werte beider Länder bestimmten deren Beziehungen. Das beinhalte auch, dass sie Meinungsverschiedenheiten haben dürften. Um die bilateralen Beziehungen zu stärken, lud er Lammert zu einem Besuch ins Heilige Land ein.
Am Ende der Begegnung wurde es dann noch sportlich: „Deutschland weiß, was Teamwork bedeutet“, sagte Rivlin und meinte damit nicht etwa die Politik. Die deutsche Fußballnationalmannschaft sei eines der besten Teams der Europameisterschaft, sagte er – und sah die Elf schon im Finale. (Israelnetz)

Bild: Der israelische Parlamentspräsident Reuven Rivlin (mitte) am 26. Juni 2012 bei einer Gedenkzeremonie am Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald mit Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert (links) und dem israelischen Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman (rechts). Foto: Initiative 27. Januar e.V.

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