Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat den neuen EU-Botschafter Emanuele Giaufret aufgefordert, im Blick auf den Friedensprozess keinen Druck auf Israel oder die Palästinenser auszuüben.

Israels Staatspräsident Rivlin (rechts) und der neue EU-Botschafter, Emanuele Giaufret (links) am 23. Oktober 2017 in Jerusalem. Foto: Mark Neyman/GPO

Israel sei ein Teil Europas, betonte Rivlin gegenüber Giaufret bei dem Botschafter-Empfang am 23. Oktober 2017 in Jerusalem. „Wir sind sehr glücklich, dass wir in Asien sind, wir sind sehr glücklich, im Nahen Osten zu sein, aber tatsächlich sind wir mit Europa verbunden“, sagte der Präsident laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Rivlin äußerte sich kritisch gegenüber der politischen Haltung der EU: „Leider glaubt ihr von Zeit zu Zeit, dass ihr den Konflikt beenden könnt, indem ihr entweder die Israelis oder die Palästinenser nötigt. Aber es gibt leider keine Abkürzungen und das wisst ihr sehr gut.“

Das Staatsoberhaupt bat Giaufret, die Bemühungen des Iran zu beachten, sich militärisch an Israels Grenzen aufzustellen. Teheran versuche, sich Zugang zum Mittelmeerraum zu verschaffen. Sollte dies gelingen, wäre auch Europa bedroht, warnte Rivlin.

„Israel und die EU sind sich sehr nah“

Der neue EU-Botschafter betonte, Israel und die EU seien einander sehr nah. Dabei wies er auf die gemeinsamen Handelsbeziehungen, die blühenden Kooperationen im Bereich der Wissenschaft und ein „gemeinsames Erbe“ hin. Er räumte gelegentliche Meinungsverschiedenheiten ein. „Aber ich glaube, diese bestehen unter Freunden und wir können uns zusammensetzen und darüber reden“. Europa selbst sei ein Friedensprojekt“, betonte Giaufret. Er fügte hinzu: „Wir wissen, wie schwer es ist, Frieden zu erreichen, denn wir haben viele Jahrhunderte gegeneinander gekämpft. Das europäische Projekt hat uns zusammengebracht.“ Der Italiener ergänzte, er freue sich auf die Zeit in Israel. „Ich bin sehr glücklich, wieder in dem Land zu sein, das ich liebe, einem Land, in dem ich bereits fantastische vier Jahre hatte.“

Neue Botschafter aus Italien, Dänemark und Nigeria

Bevor er EU-Botschafter wurde, leitete Giaufret das Referat Demokratie und Wahlbeobachtung im Europäischen Auswärtigen Dienst. Er war zudem früher Leiter der Abteilung für Politik und Handel in der EU-Botschaft in Tel Aviv. Der Historiker wird Nachfolger des Dänen Lars Faaborg-Andersen, dessen vierjährige Amtszeit im Sommer endete.

Neben Giaufret empfing Rivlin am 23. Oktober 2017 zudem den neuen Botschafter aus Italien, Gianluigi Benedetti, die neue Vertreterin Dänemarks, Charlotte Slente, sowie den neuen Botschafter Nigerias, Enoch Pear Duchi. (Israelnetz)

 

 

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