Rakete trifft Erholungsheim für Holocaust-Überlebende

Eine der mutmaßlich vier Raketen aus dem Libanon ist mitten in einem Erholungsheim für Holocaust-Überlebende eingeschlagen. Zur Zeit des Einschlags am 22. August 2013 hielt sich eine Gruppe von 42 Holocaust-Überlebenden in dem Heim Beit El im Norden Israels auf. Niemand kam zu Schaden.

Eine der mutmaßlich vier Raketen aus dem Libanon ist mitten in einem von deutschen Volontären betriebenen Erholungsheim für Holocaust-Überlebende eingeschlagen. Zur Zeit des Einschlags am 22. August 2013 hielt sich eine Gruppe von 42 Holocaust-Überlebenden in dem Heim Beit El auf, das sich in einer kleinen Ortschaft am Mittelmeer im Norden Israels befindet. Niemand kam zu Schaden.

Gäste und Mitarbeiter waren dem Luftalarm gefolgt und hatten rechtzeitig in Schutzräumen Zuflucht gefunden. Deshalb kam kein Mensch zu Schaden. Das Heim Beit El des „Liebeswerkes Israel Zedakah“ in Schawei Zion liegt wenige Kilometer südlich von Naharija unmittelbar am Strand des Mittelmeeres. Schawei Zion wurde als kollektive Gemeinschaftssiedlung in den 1930er Jahren von jüdischen Einwanderern aus dem Schwarzwald gegründet.

Nach Augenzeugenberichten ist die 122-Millimeter Katjuscha-Rakete im Hof des Heimes explodiert. Dabei wurden zwei Autos beschädigt. Außerdem entstand erheblicher Sachschaden an den umliegenden Gebäuden. In den Hauswänden sind viele kleine „Einschusslöcher“ zu sehen, was darauf hindeutet, dass der Sprengkopf der Rakete mit Metallsplittern oder mit Kugeln aus Kugellagern gefüllt war. Das hat eine Wirkung wie international geächtete Streubomben und soll die tödliche Wirkung der Raketen erhöhen.

Rechtzeitige Zuflucht
Zur Zeit des Raketeneinschlags befand sich eine Gruppe von 42 Holocaust-Überlebenden in dem von deutschen Volontären betriebenen Erholungsheim. Niemand ist zu Schaden gekommen. Alle Gäste und die Mitarbeiter des Heims waren dem Luftalarm gefolgt und hatten rechtzeitig in Schutzräumen Zuflucht gefunden.
Die Arbeit in dem Heim, in dem Holocaust -Überlebende oder Holocaust-Geschädigte einen kostenlosen, zehntägigen Erholungsurlaub verbringen können, wird mit Spenden aus Deutschland finanziert.

Mutmaßungen über die Täter
Auf Anfrage wollte der Militärsprecher Peter Lerner lediglich bestätigen, dass es dem Abwehrsystem „Eisenkuppel“ gelungen war, eine der mutmaßlich vier Raketen aus dem Libanon aufzufangen.

Libanesische Medien bestätigten den Raketenbeschuss auf den Norden Israels, jedoch ohne zu sagen, wer sie abgeschossen haben könnte. Militärsprecher Lerner vermutet die radikale Salafistengruppe „Globaler Dschihad“ hinter dem „nicht provozierten Angriff auf israelische Zivilisten“. Nach libanesischen Angaben seien die Raketen aus der Gegend des Flüchtlingslagers Raschidije südlich von Tyros und aus dem Dorf Kilija abgeschossen worden. Israelische Militärreporter vermuten deshalb eher extremistische palästinensische Gruppen hinter den Angriffen.

In einer Fernehsansprache sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, Israel werde verantwortlich handeln und dabei Mittel der Vorbeugung und der Verteidiung nutzen. „Jeder, der uns angreift oder es versucht, sollte wissen, dass wir ihn kriegen werden.“

„Liebeswerk Israel Zedakah“

Das Beit El wurde als Erholungsheim für Holocaust-Überlebende in den 1960er Jahren von dem pietistischen Prediger Friedrich Nothacker gegründet. Heute wird dort jedes Jahr etwa 550 Gästen, die während des Zweiten Weltkriegs den gezielten Genozid des jüdischen Volks überlebt haben, ein Erholungsurlaub ermöglicht. Sie werden von Deutschen betreut, die diese Arbeit ausschließlich als Volontäre leisten. Die Zentrale des „Liebeswerkes Israel Zedakah“ liegt in Bad Liebenzell-Maisenbach im Schwarzwald. Die gesamte Arbeit finanziert sich aus freiwilligen Spenden. In Israel leben fast 70 Jahre nach Kriegsende schätzungsweise noch immer 190.000 Holocaust-Überlebende.

Ulrich W. Sahm / Johannes Gerloff (Israelnetz)

Bild: Im Erholungsheim für Holocaust-Überlebende Beit El in Schawei Zion/Nordisrael ist am 22. August 2013 eine Rakete eingeschlagen. Foto: Privat

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