„Natürlich für Israel Kongress“ des JNF-KKL ein Riesenerfolg – Harald Eckert geehrt

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind bunt, vielfältig und von großer Herzlichkeit. Das zeigte der „Natürlich für Israel Kongress“, zu dem am 8. Februar 2015 in Bad Cannstatt mehr als 1.100 Besucher kamen.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind bunt, vielfältig und von großer Herzlichkeit. Das zeigte der „Natürlich für Israel Kongress“, zu dem am 8. Februar 2015 in Bad Cannstatt mehr als 1.100 Besucher kamen. Sie nahmen teils weite Anreisen auf sich, wie von Berlin und Hamburg. Andere Gäste hatten das Angebot eines extra für den Kongress organisierten Bustransfers von München, Nürnberg und Freiburg genutzt.

Veranstaltet wurde der Kongress vom Jüdischen Nationalfonds – Keren Kayemeth LeIsrael (JNF-KKL e.V.), der größten und ältesten Umweltschutzorganisation Israels unter der Schirmherrschaft des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Botschaft des Staates Israel in Deutschland und des Generalkonsulats des Staates Israel in München. Kooperationspartner waren die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG).

Harald Eckert geehrt

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des „Goldenen Olivenzweiges“ an Harald Eckert, den Leiter von Christen an der Seite Israels. Er wurde für sein herausragendes Engagement im deutsch-israelischen und christlich-jüdischen Dialog geehrt.

Die Besucher konnten sich Vorträge zu politischen, kulturellen und religiösen Themen anhören, israelische Tänze lernen, einen Sprachkurs „Hebräisch für Anfänger“ besuchen oder dem Musikprogramm zuhören. Es gab mehr als 40 Stände, an denen sich die Besucher über Israel und deutsch-israelische Projekte informieren konnten. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Falafel, Pita und Hummus konnten genauso probiert werden, wie israelischer Wein, frisch gepresster Saft aus Jaffa-Orangen und köstliche Datteln. Und es zeigte sich, dass die Besucher offenbar gerne nach Israel reisen möchten. Sie kauften in großer Anzahl Lose, um eines der zwei Flugtickets von der Fluggesellschaft ElAl nach Israel zu gewinnen.

Der Erlös der Veranstaltung – auch der Erlös der Lose – wird an das ALEH Negev Hilfsprojekt für schwerbehinderte Kinder und junge Erwachsene gespendet. Das Reha-Dorf soll mit dem Geld einen therapeutischen Kräutergarten erhalten, der als Teil von sensorischen Therapien den Tastsinn, Geruch und Geschmack der Bewohner stimulieren soll. Das Projekt wurde von dem General (in Reserve) Doron Almog ins Leben gerufen, dessen Sohn Eran der erste Bewohner von ALEH Negev war. Eran starb 2007 an seiner schweren Behinderung.

Almog ist in Israel eine hoch angesehene Persönlichkeit, der sich durch seinen Einsatz in verschieden Operationen, wie der Befreiung von Geiseln eines Air France Flugzeugs in Entebbe 1976 oder beim Ausflug von äthiopischen Juden nach Israel 1984/84, deren Leben bedroht war, verdient gemacht hat. Er sprach beim Kongress über die Verbindung zwischen Israels Sicherheit und der sozialen Stärke. Seine Botschaft ist: „Israels größte Stärke ist sein Volk und dessen Geist der Verantwortung, der Tapferkeit, der Eigeninitiative, von Wagemut und Liebe.“

Lange Rednerliste

Die Rednerliste beim „Natürlich für Israel Kongress“ war lang und hochkarätig. Im Namen des JNF-KKL in Jerusalem begrüßte der Weltpräsident der Organisation, Efi Stenzler , die Besucher. Er bedankte sich bei den deutschen Freunden des JNF-KKL und den Besuchern für ihr Interesse und ihre Unterstützung, mit der in Israel viele Projekte umgesetzt werden konnten, wie auch der „Wald der deutschen Länder“. Ihm folgten Begrüßungsworte durch den parlamentarischen Staatssekretär Christian Lange, MdB, SPD, der sich beeindruckt zeigte: „Israel hat sich innerhalb weniger Jahre zur Hightech-Nation entwickelt und diese Entwicklung ist stark mit dem JNF-KKL verbunden.“ Barbara Traub, die Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, ging dann auf die engen Beziehungen zwischen Israel und Baden-Württemberg ein. Ein Beispiel sei der Handwerksmeister nach baden-württembergischen Vorbild, den seit einiger Zeit auch junge Leute in Israel machen können.

In einer Podiumsrunde sprachen daraufhin der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Gunther Adler, Beni Bloch, der Präsident des JNF-KKL e.V. in Deutschland und Sacha Stawski, Vorsitzender von ILI – I Like Israel e. V. Stawski, der sich besonders für eine faire Berichterstattung in deutschen Medien über den Nah-Ost-Konflikt einsetzt, appellierte an die Zuhörer, mehr über positive Nachrichten zu sprechen: „Israel verändert mit seinen Hightech-Entwicklungen und anderen Erfindungen die Welt. Das sind beeindruckende Geschichten, über die auch die Medien mehr berichten sollten.“

Der große Saal war bis auf den letzten Platz voll. Um den Rednern zuhören zu können, standen die Gäste an den Seiten und drängten sich um die Plätze. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dann die Rede des Münchener Politologen Prof. Dr. Michael Wolffsohn, der über die deutsch-israelischen Beziehungen sprach und der auch auf Herausforderungen auf beiden Seiten einging. Für ihn zeigten sich diese bereits in dem hohen Sicherheitsaufgebot, das den Kongress in Stuttgart schützte. In seinem Vortrag machte er einen Streifzug durch die Jahrzehnte der deutsch-israelischen Beziehungen, die auf politischer Ebene nicht immer eitel Sonnenschein gewesen seien. Einen Grund hierfür sah er hierin: „Die Deutschen verstehen nicht, dass die eigenen politischen Schlussfolgerungen nicht für den Nahen Osten gelten.“

Darauf folgend sprach Prof. Dr. Alean Al-Krenawi über die Vielschichtigkeit der beduinischen Bevölkerungsgruppe und deren Einbindung in die israelische Gesellschaft. Al-Krenawi ist der erste nicht-jüdische Präsident einer israelischen Hochschule. Er genießt international hohes Ansehen für seine Arbeit. Al-Krenawi resümierte in seinem Vortrag: „Die Zusammenarbeit des JNF-KKL mit der lokalen beduinischen Gemeinschaft hat zu einer Vielzahl an Projekten geführt, bei denen spezielle Fähigkeiten und das Wissen beider Partner erfolgreich zusammengeführt werden konnte.“

Weitere Redebeiträge kamen von Dr. Dan Shaham , dem Generalkonsul des Staates Israel in München. Er ging auf die vielfältigen Wirtschaftskooperationen zwischen beiden Ländern ein. Harald Eckert von den Christen an der Seite Israels und Gottfried Bühler von der „International Christian Embassy Jerusalem“ (ICEJ) diskutierten lebhaft über die religiöse Verantwortung in den deutsch-israelischen Beziehungen. Eckert betonte, dass es nach der schrecklichen Erfahrung der Shoah nicht selbstverständlich ist, dass wir heute bei einer solchen Veranstaltung im christlich-jüdischen Dialog sind. „Ich danke für das Vertrauen, das wieder in uns wachsen durfte. Es ist für mich ein substanzielles Wunder“, sagte er.

Talkrunde etc.

Im kleinen Saal gab es ein weiteres interessantes Programm, das morgens mit einer literarischen Matinee begann, bei der Prof. Dr. Anat Feinberg über israelische Gegenwartsliteratur sprach. Im Anschluss wurde dort das greenXchange Programm des JNF-KKL vorgestellt, bei dem junge israelische und deutsche Nachwuchsführungskräfte zusammenkommen, um sich über Nachhaltigkeitsthemen auszutauschen. Außerdem sprach Johannes Guagnin, der als Schwabe in Israel lebt und als Förster für den JNF-KKL arbeitet sowie von Christian Seebauer , der sieben Wochen zu Fuß auf dem National Israel Trail, vom Norden bis in den Süden des Landes unterwegs war, ohne Geld dabei gehabt zu haben.

Auch im kleinen Saal gab es eine Talkrunde zwischen Maren Steege von der ICEJ und Steffen Bilger, MdB, CDU. Hier ging es inhaltlich um den Austausch zwischen jungen Leuten in beiden Ländern.

Das künstlerische Highlight war der Auftritt des bekannten israelischen Schauspielers und Sängers Moshe Becker. Er schaffte es das Publikum mit internationalen Liedern zu begeistern. Begleitet wurde er von dem Pianisten Zachi Fodor . Mit einem Gastauftritt war in seiner Show die israelischen Sopranistin Inbal Levertov vertreten.

Die Vielfalt der Arbeit des JNF-KKL wurde in der Wanderausstellung „Die Geschichte eines grünen Israels“ gezeigt. Die Ausstellung zeigt auf elf Tafeln die Anfänge und Entwicklung der Organisation. Zudem werden historische Umweltschutzprojekte und Meilensteine der Arbeit vorgestellt, die die enge Verbundenheit mit der Geschichte des Staates Israel zeigen.

Der JNF-KKL kümmert sich um den Erhalt der Lebensräume für Menschen und Tiere in Israel. Dazu gehören Aufforstung – seit 1901 wurden mehr als 260 Millionen Bäume gepflanzt – , Wasserschutz, Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich nachhaltige Landwirtschaft und Bildungsprojekte. Die Organisation ist in 50 Ländern aktiv. Vier Niederlassungen befinden sich in Deutschland – in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München.

Weitere Informationen sind online verfügbar unter www.israelkongress.de oder www.jnf-kkl.de .

Bild: Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des „Goldenen Olivenzweiges“ an Harald Eckert (Bildmitte), den Leiter von Christen an der Seite Israels. Er wurde für sein herausragendes Engagement im deutsch-israelischen und christlich-jüdischen Dialog geehrt. Foto: Martin Lehmann

 

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