Die Glanzzeiten der katholisch-jüdischen Beziehungen scheinen während des Besuchs von Papst Franziskus im verheißenen Land zu Ende gegangen zu sein.

Premierminister Benjamin Netanjahu und Außenminister Avigdor Liberman haben recht, wenn sie der schädlichen anti-israelischen Volksverhetzung, die in Europa um sich greift, die Schuld zuweisen an der tödlichen Schussattacke vor dem jüdischen Museum in Brüssel sowie dem Angriff und der Körperverletzung an zwei jüdischen Brüdern außerhalb ihrer Synagoge in einem Pariser Vorort noch am selben Tag. Anti-israelische Aufwiegelung ist allgegenwärtig in Europa und zieht in der westlichen Welt insgesamt immer weitere Kreise.

Bisher beteiligte sich die katholische Kirche nicht an dem Feldzug, die Juden zu entmenschlichen und den jüdischen Staat zu verleumden. Papst Benedikt XVI galt als Freund Israels, trotz seiner Mitgliedschaft in der Hitlerjugend als Kind. Seine Opposition gegen die Ablehnung der Vernunft seitens des Islam, welche er wortgewandt in seiner Rede an der Regensburger Universität im Jahre 2006 zum Ausdruck brachte, zeichnete ihn aus als einen religiösen Meister der Vernunft, Eigenverantwortung und Recht – die Hauptbeiträge des Judentums für die Menschheit.

Sein Vorgänger Johannes Paul II. war weniger geneigt, der islamischen Gewaltbereitschaft die Stirn zu bieten. Sein Widerstand gegen den Kommunismus ließ ihn allerdings Israel als Hüter der Freiheitsrechte im Nahen Osten respektieren. Johannes Pauls Besuch in Israel im Jahre 2000 war in gewisser Weise eine historische Geste der Freundschaft mit dem jüdischen Volk in Israel.

Sowohl Benedikt als auch Johannes Paul waren ausgesprochene Meister des Zweiten Vatikanischen Konzils und bewahrten die lehrmäßige Loyalität zur Ablehnung des Anti-Judaismus seitens der Kirche einschließlich der Anklage des Gottesmordes sowie der Zurückweisung der Ersatztheologie.

Jedoch scheinen die Glanzzeiten der katholisch-jüdischen Beziehungen während des Besuchs von Franziskus im verheißenen Land zu Ende gegangen zu sein. In einer seiner gemäßigteren Ansprachen während des Papstbesuchs erwähnte Netanjahu, dass Jesus Hebräisch sprach. An der Aussage Netanjahus war nichts inkorrekt. Schließlich war Jesus ein israelischer Jude. Aber Franziskus konnte die Wahrheit nicht akzeptieren. Daher unterbrach er unhöflich seinen Gastgeber und warf ein: “Aramäisch.” Netanjahu war vermutlich aus dem Konzept. Es stimmt, damals sprachen und schrieben gebildete Juden Aramäisch. Und Jesus war gebildet. Aber die Sprache des Volkes war Hebräisch. Und Jesus sprach mit den Menschen aus dem Volk und zwar auf Hebräisch. Netanjahu antwortete: „Er sprach Aramäisch, aber er konnte Hebräisch.”

Der Bericht von Reuters über den Zwischenfall war ein Versuch, die Unhöflichkeit und Revision der Geschichte seitens des Papstes aus der Welt zu diskutieren, indem behauptet wurde: „Die heutige Debatte über Jesus ist kompliziert und oft politisch.“ Brisanterweise wird in diesem Bericht weiterhin noch erwähnt: „Die Palästinenser bezeichnen Jesus manchmal als Palästinenser. Die Israelis lehnen dies ab.“Israelis „lehnen dies ab”, weil es eine Lüge ist.

Die Palästinenser – und ihre islamischen sowie westlichen Unterstützer – entjudaisieren Jesus und bezeichnen ihn als Palästinenser, um die Juden zu beleidigen und den jüdischen Staat zu kriminalisieren. Man könnte meinen, dass es die Aufgabe des Bischofs von Rom sei, die Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Aber stattdessen zeigte die Unhöflichkeit von Franziskus, dass er nicht im Geringsten daran denkt, dass sie Tatsache von Jesu jüdischer Identität in höflicher Gesellschaft erwähnt werden sollte.

Das Verhalten von Franziskas während seines offiziellen Treffens mit Netanjahu hätte als viel Wirbel um nichts abgetan werden können, wenn es nicht genau einen Tag nach seiner symbolischen Akzeptanz einer der schlimmsten anti-jüdischen Verleumdungen unserer Zeit und der Ersatztheologie während seiner Predigt in Bethlehem passiert wäre.

Man muss zunächst einmal das Verhalten von Franziskus am Sicherheitszaun betrachten. Etliche Menschen zweifeln den Beitrag des Sicherheitszauns zur Sicherheit der Israelis an. Aber niemand kann ernsthaft anzweifeln, dass er errichtet wurde, um die Israelis vor terroristischen Mordanschlägen der Palästinenser zu schützen. Und auch Franziskus sollte das wissen. Die Entscheidung von Franziskus, am Sicherheitszaum einen Fototermin einzulegen, zeugt von extremer Feindseligkeit gegen Israel und das jüdische Volk.

Als früherer Kardinal von Buenos Aires sollte Franziskus von dem Massaker im Kibbutz Metzer im November 2002 gehört haben. Metzer wurde in den 50er Jahren von argentinischen Kommunisten gegründet. Metzer liegt 500 Meter von der Waffenstillstandslinie von 1949 entfernt und hat somit offensichtlich vom Sicherheitszaun profitiert. Aber in Loyalität zu ihren radikalen Wurzeln starteten die Mitglieder des Kibbutz im Jahre 2002 eine öffentliche Kampagne gegen die geplante Routenführung des Sicherheitszauns. Laut des Kibbutzmitglieds Danny Dovrat befürchteten sie, dass dies bei den palästinensischen Nachbarn „Feinseligkeit schüren und Probleme verursachen könnte“.

Dank dieser Besorgnis gab es in der Nacht des 10. November 2002 kein physisches Hindernis für einen Amokschützen der “moderaten” und von den USA sowie der EU unterstützten Fatah Terrororganisation, als er in den Kibbutz eindrang. Er tötete dort zwei Menschen auf der Straße und drang dann in das Haus von Revital Ohajon ein und tötete Revital und ihre zwei Söhne, Matan, 5 Jahre alt, und Noam, 4 Jahre alt. Die Fatah rühmte sich für diesen Anschlag auf ihrer Website und kündigte an, noch mehr Angriffe auf „zionistische Kolonialisierer” zu verüben, man versprach, „auch deren Kinder weiterhin als Zielscheiben zu verwenden.“

Hätte er sich tatsächlich über den Frieden und Gewaltlosigkeit Gedanken gemacht, die er sich angeblich auf die Fahnen geschrieben hat, so hätte Franziskus davon abgesehen, am Zaun anzuhalten, und er hätte erkannt, dass dies die Erinnerung an die Ohajons und Hunderte anderer israelischer Familien wieder heraufbeschwört, die durch palästinensischen Blutrausch und anti-semitische Bosheit ausgelöscht wurden. Stattdessen stieg Franziskus “spontan” aus seinem Papamobil, ging zu einem Abschnitt der Sicherheitsmauer, berührte sie andächtig und küsste sie, als ob sie die Klagemauer wäre. Das Graffiti auf dem Abschnitt der Mauer, an dem Franziskus stehenblieb, bekräftigte seine anti-semitische Haltung.  (…) Und das ist noch gar nichts gegen den anderen Slogan auf der Mauer. Der setzte die Palästinenser in Bethlehem gleich mit den Juden im Warschauer Ghetto. Mit anderen Worten wurde somit der Holocaust geleugnet. Indem er dort stand und die Mauer mit dem Holocaust verleugnenden Slogan küsste, gab Franziskus dem Vatikan den Freifahrtschein zur Leugnung des Holocaust.

Und das war erst der Anfang. Papst Franziskus traf sich mit dem Fatah-Oberhaupt Mahmoud Abbas in dessen Präsidentenpalast in Bethlehem. Als Israel 1996 die Kontrolle über Jesu Geburtsort an den Vorgänger von Abbas, Yasser Arafat, übertrug, nahm dieser ein griechisch-orthodoxes Kloster neben der Geburtskirche in Besitz und machte es zu seinem offiziellen Amtssitz – welcher später auch der von Abbas werden sollte. Während er neben Abbas in einem Gebäude stand, das eigentlich Eigentum der Kirche ist und welches dieser sich unter den Nagel gerissen hatte, nannte der Papst Abbas “einen Mann des Friedens”. Abbas gab die Ehre zurück, indem er Israel aufrief, alle palästinensischen Terroristen aus israelischen Gefängnissen freizulassen. Und der Papst – der Netanjahu unterbrach, als dieser eine historische Tatsache aussprach – sagte nichts.

Während der Messe in der Geburtskirche am Sonntag betete Papst Franziskus mit dem Lateinischen Patriarchen Fouad Twal. In seiner Predigt klagte Twal die Israelis als die heutige Version der Christusmörder an, indem er es so formulierte, dass die Palästinenser „in den Fußspuren des Christuskindes“ wandeln und die Israelis mit König Herodes verglich. Gemäß seiner Worte „sind wir noch nicht fertig mit den heutigen Herodes, die den Frieden mehr fürchten als den Krieg … und die bereit sind, weiter zu töten.” Anstatt diese Aussagen zu verurteilen, wiederholte Franziskus diese Aussagen auch noch. „Wer sind wir, wenn wir vor dem Jesuskind stehen? Wer sind wir, wenn wir vor den heutigen Kindern stehen?“ fragte der Papst. „Sind wir wie Maria und Josef, die Jesus willkommen hießen und für ihn sorgten mit der Liebe von Vater und Mutter? Oder sind wir wie Herodes, der ihn auslöschen wollte?”

Während seines Besuches in Jerusalem umarmte Franziskus den palästinensischen Mufti von Jerusalem, Scheich Muhammed Hussein. Ausgehend von seinen Aufzeichnungen, anhand deren der Papst den Mufti und seine Entourage als “liebe Freunde” bezeichnen sollte, nannte Franziskus sie „liebe Brüder“. Hussein wurde sowohl von den USA als auch der EU verurteilt wegen seiner Aufrufe zur Vernichtung der Juden im Namen des Islam. Im Jahre 2012 äußerte sich Hussein, dass es die Bestimmung der Muslime sei, Juden zu töten, die, wie er behauptet, Untermenschen und Tiere sowie “die Feinde Allahs” seien. Er rühmte außerdem Selbstmordattentäter und sagte: “Ihre Seelen sagen uns, wir sollten ihnen auf ihrem Weg folgen“. Franziskus hat ihn nicht verurteilt.

Franziskus verurteilte die anti-jüdischen Angriffe in Brüssel und Paris scharf. Und während seiner zeremoniellen Besuche in Jad Vaschem, an der Klagemauer und dem Denkmal der Terroropfer sagte er gleichermaßen passende Dinge. Aber alle seine Aussagen klingen hohl und falsch angesichts seiner Taten. Israelis und Juden auf der ganzen Welt müssen sich bewusst sein, was gerade vor sich geht. Franziskus führt die katholische Kirche in eine besorgniserregend anti-jüdische Richtung.

Quelle: www.jpost.com
Übersetzung: Sandra Losch

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