Für mehr als 2,2 Millionen Kinder und Teenager sowie für 180.000 Lehrer in Israel hieß es am 1. September 2017: Zurück in die Schule, denn die Sommerferien sind zu Ende. Für rund 163.000 Kinder hat die erste Klasse begonnen, 123.000 Jugendliche haben das finale Jahr der weiterführenden Schule erreicht. Bei den Erstklässlern halten sich Jungen mit 51 Prozent und Mädchen mit 49 Prozent etwa die Waage, obwohl es in Israel etwas mehr Frauen als Männer gibt.

Israels Erziehungsminister Naftali Bennett (rechts am Tisch) und Premier Netanjahu (Mitte) zum Schulbeginn am 1.September 2017 in einer Grundschule in Harish (ca. 30 Kilometer südlich von Haifa). Foto: Avi Ohayon/GPO

Das neue Schuljahr steht landesweit unter dem Themenschwerpunkt des 70. Jahrestages der Staatsgründung Israels, teilte das Kultusministerium mit. Im April 2018 nach jüdischem Kalender und im Mai 2018 nach gregorianischem Kalender wird der jüdische Staat, der am 14. Mai 1948 gegründet wurde, 70 Jahre alt.  

Sowohl Premierminister Benjamin Netanjahu, als auch Staatspräsident Reuven Rivlin besuchten Schulen, um das neue Schuljahr zu eröffnen. Rivlin rief beim Besuch einer Schule im Westjordanland in der Siedlung Ma’aleh Adumim zu Respekt auf: „Auch dann, wenn wir uns nicht alle so sehr lieben, müssen wir uns doch gegenseitig respektieren, und die andere Seite, mit der wir nicht übereinstimmen, verstehen“, sagte er.

Keine größeren Probleme beim Schulstart

Das akademische Jahr, das in Israel oft mit Reibereien zwischen Eltern- und Lehrerverbänden beginnt, sei reibungslos gestartet, berichtet die „Times of Israel“. Es seien keine größeren Protestaktionen geplant. Lediglich in Tel Aviv hätten dutzende Eltern gegen die Einstellung eines Lehrers demonstriert, dem Pädophilie vorgeworfen wird.

Erziehungsminister Naftali Bennett zieht bereits ein positives Fazit: „Es gibt keine Streiks, alles ist ruhig, alle stehen miteinander in gutem Dialog“, sagte er vor Journalisten, die ihn dabei fotografierten, wie er mit seiner Frau die gemeinsamen Kinder zum Unterricht brachte.

Der Politiker hatte am 30. August 2017 ein umgerechnet rund 18 Millionen Euro umfassendes Programm zur Förderung der Englischkenntnisse israelischer Schüler vorgestellt. Dafür sollen 1.000 Lehrer eingestellt und neue Unterrichtseinheiten geschaffen werden.

Bennett führte zudem eine Änderung ein, die nicht allen Kindern gefallen dürfte. Wie die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, sollen an Chanukka- und zum Passah-Fest die Ferien gekürzt werden. Der Grund: Eltern hatten sich immer wieder darüber beklagt, wegen der Ferien nicht zur Arbeit zu können, da sie auf ihre Kinder aufpassen müssten – oder aber Geld für eine Kinderbetreuung ausgeben. Die kürzeren Ferien sollen nun für Erst-, Zweit- und Drittklässler gelten. Im nächsten Schuljahr sollen davon dann auch die Ferien zu Sukkot betroffen sein. (Israelnetz)

 

 

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