Die israelische Regierung hat zum 50-jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung Jerusalems am 28. Mai 2017 eine Sondersitzung an der Westmauer in der Davidstadt abgehalten. Premierminister Benjamin Netanjahu ließ verlauten, man wolle Jerusalem mit einer Reihe von Schritten „weiter stärken“.

Das israelische Regierungskabinett am 28. Mai 2017 in einem Tunnel an der Westmauer in Jerusalem. Foto: Kobi Gideon/GPO/Flash90

Das Kabinett bewilligte während der Sitzung den Plan für den Bau einer Seilbahn, die die Jerusalemer Neustadt mit der Westmauer in der Altstadt verbindet: vom Komplex des mittlerweile stillgelegten ersten Jerusalemer Bahnhofes bis zum Dungtor in der Altstadt. Sie soll es Touristen vereinfachen, an die heiligen Stätten zu gelangen. Geplant ist, dass sich die Seilbahnstrecke über nur 1.400 Meter erstreckt.

Des Weiteren soll ein Fahrstuhl gebaut werden, der einen besseren Zugang zum Platz der Klagemauer vom Jüdischen Viertel aus ermöglicht. Laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ wurde an dem Fahrstuhl-Plan mindestens 13 Jahre lang gearbeitet, und erst jetzt wurde er bewilligt. Er soll vor allem für Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit und Kinderwagen dienlich sein. Der Eingang ist an der Misgav-Ladach-Straße geplant und der Ausgang am Platz der Klagemauer.

Kontroverse Seilbahn

Die Seilbahn ist ein gemeinsames Projekt des Tourismusministeriums und der Behörde für die Entwicklung Jerusalems. Die Gesamtkosten belaufen sich auf umgerechnet rund 50 Millionen Euro. Die Seilbahn ist ein gemeinsames Projekt des Tourismusministeriums und der Behörde für die Entwicklung Jerusalems. Die Gesamtkosten belaufen sich insgesamt auf umgerechnet rund 50 Millionen Euro. Den ersten Teil der Kosten für die Seilbahn von rund 3,7 Millionen Euro und 12,5 Millionen Euro für den Fahrstuhl bewilligte das Kabinett am 28. Mai 2017.

Die Idee hinter dem Seilbahn-Projekt stammt von Jerusalems Stadtrat und Bürgermeister, Nir Barkat. Sie sorgt jedoch für Kontroversen, da ein Teil der Strecke über Ostjerusalem verlaufen soll.

Sowohl das Seilbahn-Projekt als auch die Kabinettssitzung in einem Tunnel nahe der Westmauer brachte Israel Kritik von palästinensischer Seite ein. Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, nannte die Wahl des Ortes eine „Provokation“ und einen Beweis dafür, dass Israel „darauf besteht, internationale Bemühungen zu sabotieren“. So zitiert ihn die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma’an“. (Israelnetz)

 

 

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