Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat versprochen, nie wieder eine Siedlung zu evakuieren. Der Likud-Chef sprach bei der Veranstaltung „Lichter des Jubiläums“ in der Siedlung Barkan bei Ariel in Samaria (Westjordanland) aus Anlass von 50 Jahren Siedlungsbau am 28. August 2017. „Wir werden hier für immer bleiben“, erklärte er vor tausenden Zuhörern. „Das ist das Erbe unserer Vorfahren. Das ist unser Land.“

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (rechts) am 28. August 2017 bei einer Jubiläumsveranstaltung in der Siedlung Barkan bei Ariel aus Anlass von 50 Jahren Siedlungsbau. Foto: Kobi Gideon/GPO/Flash90

Umgekehrt wäre ein Abzug aus dem Westjordanland gefährlich, führte Netanjahu weiter aus. Er erinnerte an den Abzug aus dem Gazastreifen im Jahr 2005. „Was haben wir dafür bekommen? Wir haben Raketen bekommen. Das wird nicht noch einmal passieren.“ Man müsse sich nur vorstellen, islamistische Kräfte, ausgerüstet mit Raketen, bekämen die Oberhoheit über das Hügelland. Dies würde nicht nur Israel, sondern den gesamten Nahen Osten gefährden, mutmaßte Netanjahu laut Mitteilung seines Büros. Der heutige Regierungschef hatte im August 2005 aus Protest gegen den geplanten Rückzug aus Gaza sein Amt als Finanzminister niedergelegt.

Biblische Verbundenheit

Der Premierminister erklärte weiter, vor 50 Jahren habe er als Soldat zum ersten Mal Samaria betreten. „Ich erinnere mich, wie aufgeregt ich war, an den Orten unserer Vorväter zu wandeln, und mir war jeder Ort bekannt, weil ich davon im Buch der Bücher gelesen habe.“

Der Siedlungsbau begann infolge des Sechs-Tage-Krieges 1967, bei dem Israel unter anderem das Westjordanland von Jordanien erobert hatte. Die neuen Ortschaften wurden zum Teil als Bollwerk gegen arabische Feinde errichtet.

Heute leben nach Angaben des Siedlungsrates mehr 421.000 Siedler im Westjordanland. Die Siedlungen gelten international als umstritten und als Ursache des israelisch-arabischen Konflikts. Israel betont hingegen, der Siedlungsbau sei grundsätzlich legitim; zudem habe der Konflikt lange vor der Errichtung der ersten Siedlung begonnen.

In Einzelfällen kam es in der Vergangenheit zu Räumungen von Siedlungen oder einzelnen Bauten. Zuletzt war dies in Amona der Fall. Das Oberste Gericht in Israel hatte festgestellt, dass hier auf Privatland gebaut wurde.(Israelnetz)

 

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