Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat auf seinem Staatsbesuch in Indien eine neue Ära der bilateralen Beziehungen ausgerufen. Als emotionalen Höhepunkt bezeichnete der Politiker eine Gedenkstunde für ermordete Juden.

Israels Premier Netanjahu wurde am 14. Januar 2018 von seinem indischen Amtskollegen am Flughafen empfangen. Foto: GPO/Israel

Israels Premier Netanjahu war bei seinem Staatsbesuch in Indien am 15. Januar 2018 in Neu-Delhi mit Regierungschef Narendra Modi zusammengetroffen – im Schlepptau die größte Wirtschaftsdelegation, die je ein Premierminister auf Auslandsreisen bei sich hatte. Die Politiker flogen gemeinsam nach Ahmedabad, die einzige Stadt Indiens, die von der Unesco zum Weltkulturerbe gezählt wird.

Zu dem mehrtägigen Staatsbesuch gehörte ein vielfältiges Besuchs- und Kulturprogramm. Netanjahu besuchte das frühere Haus von Mahatma Ghandi, dies sei ein „sehr bewegender“ Tag für ihn gewesen.

Mehr Flüge zwischen Indien und Israel?

Netanjahu sagte auf der Reise, diese sei der Beginn einer „neuen Ära“ in den bilateralen Beziehungen der beiden Staaten. Die Zeitung „The Times of India“ berichtete, zwischen Netanjahu und Modi habe sich eine Freundschaft entwickelt. Netanjahu habe Modi immer wieder gelobt, etwa als er dessen Vision und Führungskraft hervorhob. Indiens Regierungschef lobte im Gegenzug Israel für seine Kreativität und die Technologiebranche – beide Politiker waren sich darin einig, die Wirtschaftsbeziehungen ihrer Staaten weiter ausbauen zu wollen.

Beide Politiker wohnten der Einweihung eines Technologiezentrums bei. Israelische und indische Start-Ups arbeiten hier als Partner. Die israelische Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, die Fluggesellschaft Air India könnte wieder Flüge zwischen Neu Delhi und Tel Aviv aufnehmen. Ein entsprechender Plan sei bei dem Besuch diskutiert worden. Um die Flugroute für die Inder profitabel zu machen, muss allerdings noch Saudi-Arabien Überflugrechte gewähren. Sollte dies passieren, so die Zeitung, wäre dies ein diplomatisches Zugeständnis der Saudis an Indien – nicht an Israel.

Trauer um ermordete Juden

Netanjahu traf zudem Schauspieler aus der Traumfabrik „Bollywood“, der indischen Version Hollywoods, und posierte mit seiner Frau Sara für Fotos vor dem berühmten Taj Mahal. Bei einem wesentlich ernsteren Programmpunkt gedachte der israelische Regierungschef eines Anschlags auf ein jüdisches Chabad-Haus im Jahr 2008, bei dem sechs Bewohner ermordet worden waren. Netanjahu besuchte das Haus mit Mosche Holtzberg, der zum Zeitpunkt des Angriffs zwei Jahre alt war. „Die Menschen in Israel lieben dich“, sagte Netanjahu zu dem Jungen, dessen Eltern bei dem Anschlag getötet worden waren. Dieser Moment sei für ihn der emotionale Höhepunkt der Reise gewesen, schrieb Netanjahu auf Facebook.

Premier Netanjahu mit Mosche Holtzberg & Sandra Samuel am 18. Januar 2018 im Chabad-Haus in Mumbai. Foto: GPO/Israel

Insgesamt waren 2008 164 Menschen bei Anschlägen in der Stadt Mumbai getötet worden. Netanjahu nahm an Gedenkfeierlichkeiten dazu teil.

Netanjahus Reise war die erste Indien-Reise eines israelischen Premierministers in 15 Jahren und markiert auch 25 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Im vergangenen Juli hatte Modi Netanjahu in Israel besucht – bis dato der Höhepunkt der israelisch-indischen Beziehungen. (Israelnetz)

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