Netanjahu an den Iran: Israel ist „ein Tiger“

Nach dem muslimisch geprägten Aserbaidschan hat der israelische Premier Netanjahu auch das sunnitische Kasachstan besucht. Dort hinterließ er eine deutliche Botschaft an den Iran.

PM Netanyahu with Kazakhstan President Nursultan Nazarbayev

Netanjahu und Nazarbayev.

ASTANA (inn) – Beim ersten Staatsbesuch eines israelischen Premierministers in Kasachstan hat Benjamin Netanjahu den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajev am 14. Dezember 2016 getroffen. Der Besuch fiel mit dem 25-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit des ehemaligen sowjetischen Staates zusammen.

Netanjahu nutzte das Treffen für eine Botschaft an den Iran. Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ bot der kasachische Präsident dem israelischen Premier die Möglichkeit an, eine Nachricht für den bald in Astana eintreffenden iranischen Präsidenten Hassan Rohani zu hinterlassen. „Fragen Sie den iranischen Präsidenten, warum er Israel mit der Vernichtung droht“, sagte Netanjahu. Rohani missverstehe die Situation. Israel sei kein Hase, sondern ein Tiger: „Wenn der Iran Israel angreift, wird er sich selbst in Gefahr bringen.“

Kasachstan ist ein Land mit einer sunnitischen Mehrheit in der Bevölkerung. Es unterhält sowohl diplomatische Beziehungen mit Israel und als auch mit dem Iran. Im vergangenen Jahr hatte der kasachische Präsident Nasarbajev Teheran zum Atomabkommen gratuliert, welches Israel für einen historischen Fehler hält.

Netanjahu sieht positive diplomatische Entwicklung

„Das Verhältnis zu unseren arabischen und muslimisch geprägten Nachbarn verändert sich aktuell stark“, sagte Netanjahu laut dem israelischen Büro des Premierministers. Nicht alle diese Vorgänge seien öffentlich nachzuvollziehen, aber sie existierten. Die diplomatische Beziehung zu Kasachstan sei Teil dieser Veränderung, auf welche die Welt gewartet habe. Wie bei seinem Staatsbesuch in Aserbaidschan stellte Netanjahu das Verhältnis zu Kasachstan als vorbildlich in der Zusammenarbeit eines jüdischen und eines muslimischen Staates heraus.

Gerade auf internationaler Ebene, zum Beispiel bei den Vereinten Nationen, sieht Netanjahu langsam, aber stetig die Früchte dieses Austausches: „Solch ein Schiff setzt sich nicht über Nacht in Bewegung, weil es ein gigantisches Bauwerk ist. Aber es hat bereits angefangen, sich zu bewegen“, sagte Netanjahu. In diesem Zusammenhang bat der israelische Premier den kasachischen Präsidenten um seine Unterstützung für einen israelischen Sitz im UN-Sicherheitsrat ab dem Jahr 2019.

Rohstoffe und Ressourcen aus Menschenhand

Der israelische Premier sprach in Astana von der glücklichen Situation, in der sich Israel wirtschaftlich befindet. „Wir hatten lange Zeit nicht den Segen von Bodenschätzen, bis wir Gasvorkommen im Meer fanden“, sagte Netanjahu. Daher habe Israel auf andere Industrien gesetzt. Jetzt habe sein Land beides: Natürliche Ressourcen und von Menschenhand geschaffene Ressourcen. Auf diese Weise könne Israel für Kasachstan eine Orientierung bieten, wie dessen Rohstoffindustrie weiterentwickelt werden könne.

Dem israelischen Premier sind drei Themenfelder in der Zusammenarbeit besonders wichtig: Für die Landwirtschaft, Wissenschaft und Technik sowie Sicherheit und Antiterror-Bekämpfung hätten beide Länder Arbeitsgruppen gebildet, die sich in Israel wieder treffen sollen. Die Länder unterzeichneten außerdem Abkommen im Präsidentenpalast in Astana zur Entwicklung, Luftfahrt und Landwirtschaft. (Israelnetz/mm)

Bild: Der israelische Premier Netanjahu (links) am 14. Dezember 2016 beim kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajev (rechts). Foto: GPO/Haim Zach 

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