„Nahostkonflikt komplexer als Ikea-Möbel“

Israel hat seinen Botschafter aus Schweden zurückbeordert. Damit reagiert Jerusalem mit einem der schärfsten diplomatischen Mittel, um seinen Protest gegen die schwedische Anerkennung Palästinas als Staat auszudrücken.

Israel hat seinen Botschafter aus Schweden zurückbeordert. Damit reagiert Jerusalem mit einem der schärfsten diplomatischen Mittel, um seinen Protest gegen die schwedische Anerkennung Palästinas als Staat auszudrücken.

Die schwedische Regierung hatte am 30. Oktober 2014 Palästina als Staat anerkannt. Um seine Missbilligung auszudrücken, rief Israel kurz darauf seinen Botschafter Isaac Bachman für Beratungen nach Jerusalem zurück. Ein Vertreter aus dem israelischen Außenministerium teilte laut der Tageszeitung „Ha‘aretz“ mit, Außenminister Avigdor Lieberman erwäge gar, die diplomatischen Beziehungen mit Schweden herabzustufen.

Lieberman sprach von einer „sehr unglücklichen Entscheidung“, die lediglich „radikale Elemente“ stärke. „Die einzige Chance, ein Abkommen zu erreichen, ist durch ernsthafte Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Schritte wie dieser stärken die unrealistischen Forderungen der Palästinenser und rücken ein Abkommen weiter in die Ferne“, erklärte der Außenminister. Es sei unglücklich, dass Schweden eine Entscheidung getroffen habe, die viel Schaden anrichten könne, aber keinen Nutzen bringe. Die schwedische Regierung müsse verstehen, dass die Beziehungen im Nahen Osten komplexer seien als ein Möbelstück von Ikea. Schweden sollte mit „Verantwortung und Feingefühl“ handeln.

Schwedens Außenministerin Margot Wallströms Reaktion darauf folgte prompt: „Ich schicke Israels Außenminister Lieberman gerne ein Ikea-Möbelstück zum Aufbauen. Er wird sehen, es erfordert einen Partner, Kooperation und eine gute Anleitung.“ (Israelnetz)

Bild: Israels Außenminister Avigdor Lieberman. Foto: Noam Revkin Fenton/Flash90

 

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