Die Antisemitismus-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf die Juden in Europa“, die Arte nicht ausstrahlen will, läuft jetzt doch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die ARD gab bekannt, die Dokumentation am 21. Juni 2017 ab 22.15 Uhr im Ersten zu zeigen.

Palästinensische Anti-Israel-Demonstration am 15. Mai 2017 in Nablus/Westjordanland. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90

Mit der Begründung, der Film weiche „gravierend von dem verabredeten Sendungskonzept“ ab, hatte Arte abgelehnt, die selbst in Auftrag gegebene Dokumentation über Antisemitismus in Europa auszustrahlen. Das brachte dem deutsch-französischen Sender anhaltende Kritik ein. Die Nachrichtenseite Bild.de entschloss sich dann, den Film einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für 24 Stunden war „Auserwählt und ausgegrenzt“ am 13. Juni 2017 auf „Bild.de“ zu sehen. Laut der Nachrichtenseite sahen inzwischen rund 650.000 Menschen den Film.

„Transparent zur Diskussion stellen“

„Das Thema der Dokumentation war und ist uns wichtig“, sagte WDR-Intendant Tom Buhrow: „Wir haben den Film intensiv geprüft, und ich habe entschieden, die Dokumentation und unsere handwerklichen Fragezeichen dazu transparent zur Diskussion zu stellen.“ Im Anschluss an die Ausstrahlung folgt eine Diskussionsrunde mit der Moderatorin Sandra Maischberger.

Der Programmdirektor der ARD, Volker Herres, sagte zur Entscheidung, den Film im Ersten auszustrahlen: „Ich halte es für richtig, die umstrittene Dokumentation jetzt einem breiten Publikum zugänglich zu machen, auch und trotz ihrer handwerklichen Mängel. Nur so kann sich das Fernsehpublikum ein eigenes Bild machen.“ (Israelnetz)

 

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