Vor 33 Jahren sperrte die damalige Sowjetunion den heutigen Knessetsprecher Juli Edelstein wegen Hebräisch-Unterricht ein. Bei seinem Besuch in Moskau ist ihm jetzt eine besondere Ehre zuteil geworden.

Knessetsprecher Juli Edelstein bei seiner Rede im russischen Parlament in Moskau. Foto: Knesset Media and Public Relations Division

Vor 30 Jahren saß Juli Edelstein noch seine dreijährige Haftstrafe in einem sowjetischen Arbeitslager wegen zionistischer Aktivitäten ab. Am 28. Juni 2017 hat der Israeli als Knessetsprecher im Oberhaus des russischen Parlaments in Moskau eine Rede gehalten. Damit war Edelstein der erste Israeli in diesem Amt, dem diese Ehre zuteil wurde. Gewöhnlich sprechen vor dem Oberhaus nur Staatsoberhäupter.

Edelstein eröffnete seine Rede auf Hebräisch: „Vor 33 Jahren hatten mich die sowjetischen Autoritäten in Moskau eingesperrt, weil ich die hebräische Sprache unterrichtete.“ Er habe die Sprache gelehrt, die der Welt vermittelt, die Tyrannei abzulehnen und für Gerechtigkeit, den Glauben an die Menschheit und die Hoffnungen der Freiheit einzustehen.“ Er zitierte aus der Bibel: „Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Jesaja 2,4) Für Edelstein habe sich mit seiner Rede im russischen Parlament jetzt ein Kreis geschlossen.

„Es möge Frieden sein in deinen Mauern“

Auf Russisch sprach Edelstein dann von den Gefahren, denen sich sein Land besonders durch die Hisbollah und die Hamas ausgesetzt sieht. „Im 21. Jahrhundert hat der Terror den Nazismus als absolut böse Kraft ersetzt. Jede Woche sehen wir Fahrzeuge, die über Unschuldige fahren, und Selbstmordattentäter, die Kinder auf Konzerten in die Luft jagen“, sagte Edelstein zur aktuellen Gefahrenlage in der Welt. Dieser Terror könne nur gemeinsam besiegt werden.

Zum Abschluss bat Edelstein, seinen russischen Gastgebern einen Segen zu übermitteln. Er zitierte Psalm 122,7-9: „Es möge Frieden sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des Herrn willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.“

Im Butyrka-Untersuchungsgefängnis war Edelstein drei Monate untergebracht, bis er über ein weiteres Gefängnis in ein Straflager nach Sibirien kam

Anschließend besuchte Edelstein in Moskau Orte, die in seinem Leben eine große Rolle gespielt haben. Darunter befanden sich der Gerichtssaal, in dem er damals verurteilt wurde, das Gefängnis, in das er nach der Verurteilung kam, und die Synagoge, in der sich damals die zionistischen Aktivisten trafen. Am 24. August 1984 hatten sowjetische Agenten Edelsteins Wohnung in Moskau durchsucht. Ein schneller Prozess, in dem Edelstein Drogenbesitz vorgeworfen wurde, führte zu der dreijährigen Haftstrafe. Nach zwei Jahren und acht Monaten verließ er das Gefängnis im Mai 1987.  (Israelnetz)

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