Kirchen betonen Solidarität mit Israel

Die Kirche hat die Aufgabe, „freundschaftlich und tief verbunden dem Staat Israel zur Seite zu stehen“.

 

Die Kirche hat die Aufgabe, „freundschaftlich und tief verbunden dem Staat Israel zur Seite zu stehen“. Dies sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),  Präses Nikolaus Schneider, am 17. Januar 2012 in Berlin. Anlass war die Studientagung „Ein schwieriges Verhältnis? Die christlichen Kirchen und der Staat Israel“.
Unter den heutigen Bedingungen sei „die staatliche Verfasstheit Israels“ die einzige „realistische Möglichkeit“ für das jüdische Volk sei, seine Verbindung zum Land Israel „selbstbestimmt verwirklichen zu können“, so Schneider laut einer Pressemitteilung der EKD. „Solange dies der Fall ist, stehen wir als Christinnen und Christen in Solidarität mit dem Staat Israel, für dessen Existenz wir einzutreten haben.“
Der Staat Israel habe aus protestantischer Sicht dieselbe Funktion und Qualität wie jeder andere Staat auch, nämlich „Schutzgehäuse“ für seine Bürger zu sein, fügte der Präses hinzu. Eine religiöse Überhöhung des Staates Israel sei „theologisch unzulässig“ und gefährde die Bemühungen um einen friedlichen Interessenausgleich zwischen den Bürgern Israels und seinen arabischen Nachbarn.
Diese Freundschaft schließe nach Schneiders Auffassung allerdings notwendige Kritik ein, etwa den Hinweis auf „gesellschaftliche Fehlentwicklungen und alltägliche Diskriminierungen; den Widerspruch gegen politische Entscheidungen, die zu Ungerechtigkeiten und Unfrieden führen wie zum Beispiel die Siedlungspolitik und die Erteilung beziehungsweise Verweigerung von Baugenehmigungen“. Der Präses betonte, die evangelische Kirche solle sich davor hüten, von außen Konflikte zu lösen zu wollen, denn: „Lösen können den Konflikt nur die Konfliktparteien selbst. Besserwisserei unsererseits verbietet sich.“
Für die katholische Kirche sprach der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Aus ihrer Sicht stehe „das Existenzrecht Israels als eines jüdischen Staates außer Frage“. Gleichzeitig habe auch das palästinensische Volk das Recht auf einen unabhängigen und wirtschaftlich lebensfähigen Staat, sagte er laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
In weiteren Diskussionen ging es um das umstrittene „Kairos-Palästina-Dokument“, das palästinensische Christen 2009 formuliert haben. Veranstalter waren die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. (Israelnetz)

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