Der Oberste Gerichtshof in Israel hat eine Petition auf Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe abgelehnt. Sie war vom Verband der israelischen Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender eingereicht worden. Die Richter erklärten in ihrer Begründung am 31. August 2017, dies zu entscheiden obliege dem Gesetzgeber, nicht dem Obersten Gerichtshof. Die Petition verlange von dem Gericht, die Homo-Ehe anzuerkennen, obwohl diese nicht vom israelischen Recht anerkannt wird.  

Ein israelisches Paar bei seiner Hochzeitsfeier in Karnei Shomron im Westjordanland. Foto: Nati Shohat/Flash90

Keine Zivilehe unter Juden

In Israel können Paare, bei denen mindestens ein Partner Jude ist, nur in orthodoxen religiösen Einrichtungen heiraten. Die Zivilehe gibt es bislang nur, wenn beide Partner keine Juden sind. Wenn Juden eine Zivilheirat wünschen, müssen sie für die Eheschließung ins Ausland reisen. Beliebte Reiseziele dafür sind die USA, Zypern, Tschechien, Kanada und Frankreich. In anderen Ländern geschlossene Zivilehen werden in Israel offiziell anerkannt. 2015 hatte das israelische Parlament (die Knesset) einen Gesetzesvorschlag abgelehnt, der die Einführung einer Zivilehe vorsah.

Mindestheiratsalter: 18 Jahre

Bereits 2013 hatte die Knesset entschieden, das Mindestheiratsalter von 17 auf 18 Jahre anzuheben. In Ausnahmefällen wie einer Schwangerschaft kann ein Gericht eine Heirat mit 16 Jahren zulassen. Die Befürworter erhofften mit dem Gesetz zu verhindern, dass Teenager zu früh in eine Ehe gedrängt werden.

Gegen das Gesetz hatten sich Vertreter des ultra-orthodoxen Judentums ausgesprochen. Es diskriminiere die Haredim (Ultra-Orthodoxe), meinte der Knesset-Abgeordnete Mosche Gafni von der Partei des Vereinigten Torah-Judentums. Sein Parteikollege Jisrael Eichler sieht die persönlichen Freiheitsrechte gefährdet. „Warum sollte sich jemand einmischen, wenn ein Mensch heiraten will, der jünger als 17 ist?“ (Redaktion/Israelnetz)

Bundestag stimmt mehrheitlich für „Ehe für alle“

In Deutschland hat der Bundestag am 30. Juni 2017 mit einer Mehrheit von 393 Parlamentariern  für die „Ehe für alle“ gestimmt, 226 Politiker der CDU/CSU stimmten dagegen, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel – nach ihrer Auffassung ist die Ehe im Grundgesetz die Ehe von Mann und Frau.

Auch in der Bibel ist die Ehe die feste Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau, in Ausnahmefällen (nur im Tenach/AT) zwischen einem Mann und zwei oder mehreren Frauen. Andere Formen der Ehe gibt es nicht und werden auch nicht für spätere Zeiten, andere Kulturen oder andere gesellschaftliche Verhältnisse zugelassen. Im Neuen Testament wird Sexualität ausschließlich in der Ehe von Mann und Frau im Rahmen des „natürlichen Verkehrs“ erlaubt, alle anderen Sexualpraktiken sind als Unzucht verboten (Römer 1,27, Hebräer 13,4).

In der Bibel gibt es kein Gesetz für ein Heiratsalter, weder für ein Mindest- noch für ein Höchstalter, und auch keine Vorschrift für einen Altersunterschied zwischen den Ehepartnern. So wird zum Beispiel Rebekka als „Mädchen“ bezeichnet, ohne dass allerdings ihr Alter genannt wird (1. Mose 24). Verboten sind Ehen unter nahen Verwandten (Inzestverbot) und es gibt Einschränkungen insbesondere für Priester und Geschiedene, zudem sollten gläubige Menschen grundsätzlich nur Gläubige heiraten.

Jesus Christus hat sich grundsätzlich wie folgt zur Ehe geäußert: „Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie von Anfang an als Mann und Frau schuf, sprach: ‚Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die zwei ein Fleisch sein‘, so dass sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Matthäus 19,4-6)

 

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