Eine weitere Stille Mahnwache auf dem Markt zu Wittenberg findet am Mittwoch, dem 8. November 2017, 14-18 Uhr, statt. Initiatoren der Stillen Mahnwachen sind Pfarrer Thomas Piehler (Pavillon der Hoffnung, Leipzig) und Schwester Joela Krüger (Evangelische Marienschwesternschaft, Darmstadt), die sehr dankbar sind über die bisherige Wirkung der Mahnwachen und dazu schreiben:

Es ist durch die Berichterstattung in verschiedenen Medien eine neue Diskussion entfacht worden! Besonders der Zeit-Artikel von Christoph Dieckmann mit dem Titel „Luthersau“ brachte es auf den Punkt. Die „Judensau“ an der Wittenberger Kirche (Foto) ist und  bleibt mit der Person Luthers und seiner aufhetzenden „Vernichtungsprosa“ gegen die Juden verknüpft. Wer für den Verbleib des Schmähreliefs an der Kirche plädiert, übersieht, dass die „Judensau“ ein „bildgewordenes Schimpfwort“ ist, welches „Menschlichkeit“ abspricht. Schon in unserem Grundgesetz ist verankert, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Die Würde jüdischer Menschen wird aber in dem Schmährelief auf ungeheuerlicher Weise angetastet und schwer beschädigt. Wir rufen deshalb die Verantwortlichen erneut auf, das Schmährelief von der Kirche zu entfernen und in ein Museum gegen Antisemitismus zu integrieren.

Zeichen der Achtung und Freundschaft gegenüber jüdischer Religion und Kultur

Die Evangelische Kirche in Deutschland trägt eine besondere Verantwortung, Antisemitismus in jeglicher Form entschieden entgegenzutreten. Das Festhalten an der dargestellten Judensau wäre ein tragisches Fehlsignal an die Gesellschaft und für unsere jüdischen Mitbürger. Angesichts dieser Vergangenheit und des neu aufflammenden Antisemitismus in der Gegenwart sind die Verantwortlichen gerufen, ein unübersehbares Zeichen der Achtung und Freundschaft gegenüber jüdischer Religion und Kultur zu setzen.

Bei einer Stillen Mahnwache im Mai 2017 in Wittenberg.

Die Welt schaut 2017 nach Wittenberg. Weltweit würde dieses Signal (Abnahme der „Judensau“) im
Jubiläumsjahr zur Reformation wahrgenommen und verstanden: Nie wieder Antisemitismus und Judenhass!

Organisatorische und inhaltliche Hinweise für die Stillen Mahnwachen auf dem Markt zu Wittenberg:
Ø Wir laden herzlich ein, sich an den Mahnwachen zwischen dem 13.9. und 8.11.2017 zu beteiligen. Gern kann diese Information an Freunde und Bekannte weiter gereicht werden.
Ø Die Initiatoren stellen Transparente, Schrifttafeln und Flyer zur Verfügung und bitten, auf selbst mitgebrachte Transparente und Fahnensymbole zu verzichten.
Ø Die Bezeichnung „Stille“ Mahnwachen beschreibt das Anliegen: in der Stille wollen wir auf das „Bündnis zur Abnahme der Judensau im Reformationsjahr 2017“ hinweisen. Wir laden nicht zu einer
Diskussionsveranstaltung ein. Die von den Initiatoren bereitgestellten Transparente werden das Anliegen deutlich unterstreichen.
Ø Jeder ist willkommen, auch wenn nur eine verkürzte Zeit der Teilnahme möglich wäre.
Ø Jeweils am Ende der Mahnwache gehen wir zur Stadtkirche St.Marien, um in der Stille mahnend gegen das Schmährelief zu protestieren.
Ø Wer sich an den Unkosten beteiligen will, kann dies über das unten angegebene Spendenkonto tun.
Kontakt: thomas.piehler@pavillon-leipzig.de
Spendenkonto Pavillon der Hoffnung in Leipzig e.V.:
Bank für Kirche und Diakonie, IBAN: DE07350601901633330014,
BIC: GENODED1DKD, Verwendungszweck: Mahnwachen Wittenberg

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