Israelische Regierung ehrt Christen für ihr soziales Engagement

Auf Einladung von sieben israelischen Ministerien kamen am 22. November 2011 etwa 350 Christen aus mehr als 20 Ländern im Auditorium der Knesset (Israelisches Parlament) zusammen, um die Anerkennung der israelischen Regierung entgegenzunehmen. Auch Christen an der Seite Israels wurde geehrt.

Auf Einladung von sieben israelischen Ministerien kamen am 22. November 2011 etwa 350 Christen aus mehr als 20 Ländern im Auditorium der Knesset (Israelisches Parlament) zusammen, um die Anerkennung der israelischen Regierung entgegenzunehmen. Auch Christen an der Seite Israels wurde geehrt.

Inhaltlicher Schwerpunkt dieser offiziellen Anerkennung war das Engagement für Holocaust-Überlebende in Israel vor allem in den letzten vier bis fünf Jahren – aber auch davor. Außerdem wurde in den Ansprachen verschiedener israelischer Minister bzw. deren Stellvertreter die wachsende Freundschaft und standhafte Solidarität der „evangelikalen Christen“ gewürdigt.
Initiatorin dieser außergewöhnlichen Ehrung war die israelische Knesset-Abgeordnete Lia Shemtov von der Partei Israel Beteinu (Unser Haus Israel), welche primär die gesellschaftliche Gruppe der russischen Einwanderer repräsentiert. Unter dieser Gruppe gibt es etwa 80000 Holocaust-Überlebende, die in Israel zum Teil in großer Armut und Einsamkeit leben. Im Engagement für diese Menschen hat die Abgeordnete Shemtov in den letzten Jahren eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen christlichen Netzwerken, allen voran der Helping Hand Coalition, entwickelt. In dieser Zusammenarbeit konnte vielen Betroffenen so effektiv geholfen werden, dass es ein breites Bedürfnis der gesamten Regierung Israels mit Unterstützung des Ministerpräsidenten Netanjahu wurde, dieses Engagement offiziell anzuerkennen und zu ehren. Außerdem waren bei dieser Gelegenheit die mitgliederstärksten Überlebenden-Verbände Israels durch ihre Vorstände repräsentiert.

Historischer Moment
Die Zeremonie als solche lief in zwei Teilen ab: Zuerst fanden sich ca. 400 Personen, darunter 50 offizielle Vertreter aus der Politik und Gesellschaft Israels, im Auditorium der Knesset zusammen. Es folgten sechs Kurzansprachen von israelischen Regierungsvertretern und sechs Kurzansprachen von christlicher Seite, darunter drei von deutschen Leitern: Jobst Bittner (TOS), Jürgen Bühler (Internationale Christliche Botschaft) und Harald Eckert (Christians for Israel / Christen an der Seite Israels; European Coalition for Israel). Im Anschluss daran erfolgte die Übergabe der Urkunden an über 20 christliche Werke.
Im zweiten Teil waren die christlichen Besucher auf die Besuchertribüne des Plenarsaals der Knesset eingeladen. Im Plenarsaal selbst gab es unter Leitung des israelischen Parlamentssprechers Reuven Rivlin eine 30-minütige offizielle Sitzung der Knesset, nach allen Regeln des Protokolls, in der das christliche Engagement noch einmal von höchster Stelle aus gewürdigt wurde. Mehrere Abgeordnete der Knesset brachten dabei in sehr persönlichen, bewegenden und anerkennenden Worten ihre Wertschätzung zum Ausdruck. So etwas hat es zuvor in der modernen Geschichte Israels noch nicht gegeben. Das war ein historischer Moment und ein Meilenstein in der christlich-jüdischen Aussöhnung und Freundschaft!

20./21. Januar 2012
Das Datum dieses historischen Ereignisses wurde von israelischer Seite aus bewusst in die Nähe des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz gelegt. Dies hängt zusammen mit der  Hoffnung von Seiten des „offiziellen Israels“, dass dieser Gedenktag neue Kräfte und Wege der Zusammenarbeit freisetzt, um gemeinsam – im Schulterschluss zwischen globalen christlichen Netzwerken und Bewegungen einerseits und Politik und Gesellschaft Israels andererseits – der weltweit wachsenden Unkenntnis über den Holocaust bzw. dessen Relativierung oder gar Leugnung, die sich oft mit modernen Formen des Antisemitismus und Antiisraelismus verbinden, entgegenzutreten. Auf diesem Hintergrund haben mehrere Vertreter von Seiten der israelischen Regierung, aber auch von Seiten der Überlebendenverbände in Israel, in Aussicht gestellt, Teil der israelischen Delegation zu sein, die am 20./21. Januar 2012 anlässlich des 70. Gedenktages der Wannsee-Konferenz nach Berlin kommen wird. Harald Eckert

Rede von Harald Eckert in der Knesset am 22. November 2011

Foto zu diesem Bericht: Harald Eckert bei seiner Rede in der Knesset.

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