Die israelische Armee hat im vergangenen Jahr rund 450.000 Liter Treibstoff an syrische Zivilisten im Golan geliefert. Ausgangspunkt für diese und andere Hilfsmaßnahmen ist die Aktion „Gute Nachbarschaft“, die im Juni 2016 nahe der Grenze zu Syrien eingerichtet wurde. Sie soll die Unterstützung für die Bevölkerung ausweiten. Nach Einschätzung des Militärs leben rund 200.000 vom Bürgerkrieg betroffene Syrer in Israels unmittelbarer Nachbarschaft.

Israelische Armeeangehörige helfen syrischen Verwundeten jeder Altersgruppe. Foto: IDF

Am 7. Februar 2013 kamen sieben schwerverwundete Syrer zu einem israelischen Militärposten an der Grenze und baten um Hilfe. Sie wurden im Siv-Krankenhaus in Zefat (Safed) nördlich des Sees Genezareth aufgenommen. Seitdem haben Ärzte in mehreren israelischen Kliniken mehr als 3.000 syrische Bürgerkriegsopfer behandelt. Die Armee hat ein Feldkrankenhaus aufgestellt. Fast jede Nacht treffen neue Patienten in Israel ein. Manche kehren später für eine Weiterbehandlung zurück. Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte am 19. Juli 2017 bekanntgaben, wahren sie das Prinzip, sich nicht in die internen Kämpfe in Syrien einzumischen.

Sicherheit und gute Beziehungen

Die Aktion „Gute Nachbarschaft“ hat im August 2016 erstmals konkret geholfen. Seitdem gab es mehr als 120 verschiedene Hilfsaktionen. Neben dem Treibstoff erhielten Syrer 360 Tonnen Lebensmittel und Mehl. Hinzu kamen laut der Mitteilung der Armee 55 Tonnen Kleidung, 12 Tonnen Schuhe und 1.800 Packungen Windeln.

Ein Kommandant der Aktion sagt, es gehe vor allem um Sicherheit – und deshalb auch darum, gute Nachbarschaftsbeziehungen im Golan zu schaffen. Als Armee, die Menschenleben für wertvoller halte als alles andere, habe das israelische Militär die Schrecken nicht schweigend mit ansehen können. „Deshalb reichen wir unseren Nachbarn in den Golanhöhen die Hand.“

Licht und Hoffnung für ein besseres Leben

Die Aktion wurde zusammen mit internationalen Organisationen und privaten Spendern gegründet. Im syrischen Teil des Golan herrsche ein großer Mangel an medizinischer Ausstattung und Medikamenten, heißt es in der Mitteilung der Armee. Oft hätten die Menschen keinen Strom, im Winter gebe es keine Heizung. Sie befänden sich in einem täglichen Kampf ums Überleben.

Ein Oberstleutnant, dessen Brigade Operationen an der Grenze zu Syrien durchführt, wird mit den Worten zitiert: „Die Hilfsaktionen finden fast jede Nacht statt, sehr intensiv und bei jedem Wetter.“ Manchmal gäben die Soldaten Essen an Kinder weiter. Zuweilen gehe es um Medikamente oder medizinische Ausstattung. „Die aufregendste Tätigkeit von allen ist es, Kinder für eine medizinische Behandlung nach Israel herüberzubringen.“ Die Patienten „finden bei uns Licht und Hoffnung auf ein besseres Leben für sie“. (Israelnetz)

 

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