Israels Staatspräsident Reuven Rivlin beim „Singen für Jerusalem“ in der Residenz des Präsidenten zum 50. Jahrestag der Wiedervereinigung der Davidsstadt am Vorabend des 24. Mai 2017. Foto: Mark Neuman/GPO

Staatspräsident Rivlin betont 50 Jahre nach der Wiedervereinigung Jerusalems die Bedeutung der Stadt für die Israelis. Generalstabschef Eisenkot würdigt den Kampfgeist der Veteranen – und sieht eine Kontinuität.

Präsident Reuven Rivlin hat Jerusalem als „Herz des Staates Israel“ bezeichnet. Am Vorabend des 24. Mai 2017 eröffnete er an der Klagemauer den diesjährigen Jerusalem-Tag, den „Jom Jeruschalajim“. Dieser erinnert an die Wiedervereinigung der israelischen Hauptstadt nach dem Sechs-Tage-Krieg vor 50 Jahren. Bei der Zeremonie waren auch Bürgermeister Nir Barkat, Generalstabschef Gadi Eisenkot und Jerusalem-Minister Se’ev Elkin zugegen.

„Wir haben alles, was wir hatten, für Jerusalem gegeben, weil wir wussten, dass wir auf Jerusalem bestehen mussten“, sagte Rivlin laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. „Wir werden immer auf Jerusalem bestehen. Es hat nie eine andere Wirklichkeit gegeben und wird nie eine geben. Hier, in diesen Steinen, schlägt das Herz des jüdischen Volkes. Jerusalem ist das Herz des Staates Israel und die Westmauer ist das Herz von Jerusalem.“

Bereits vor der Zeremonie hatte der Staatspräsident eine englische Ansprache auf Video aufgezeichnet. Darin sprach er von dem Augenblick, in dem er die Bestätigung für die Befreiung der Jerusalemer Altstadt erhielt. Rivlin war 1967 Reservegeheimdienstoffizier in der Jerusalem-Brigade. „Als ich über das Funksprechgerät die Stimmen meiner Kameraden hörte, konnten wir es kaum glauben: ‚Der Tempelberg ist in unseren Händen!‘ Ich kann das nie vergessen“, sagte er.

Rivlin ergänzte: „Wir alle empfanden, dass die Geschichte – und die Zukunft – Israels, des jüdischen Volkes auf unseren Schultern ruhte. Damit erfüllte uns alle eine große Freude, durch die Stadt hindurch, durch unsere Welt hindurch. Wir waren heimgekehrt, nach Jerusalem.“ In der einst geteilten Stadt lebten nun Juden und Araber, Religiöse und Säkulare gemeinsam. Sie hätten Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen. Die Familie des Staatsoberhauptes ist seit dem Jahr 1809 in Jerusalem ansässig.

Im Garten der Residenz des Präsidenten luden Rivlin und seine Ehefrau Nechama überdies zu einer musikalischen Veranstaltung ein. Sie trug den Titel: „Man singt Dir, Jerusalem“. Israelische Sänger trugen dabei Lieder vor, die Jerusalem besingen.

Veteranen geehrt

Auch Generalstabschef Eisenkot hielt eine Ansprache vor der Klagemauer. Die Veteranen hätten „dem jüdischen Volk seine ewige Hauptstadt zurückgegeben“, zitiert ihn die Onlinezeitung „Times of Israel“. Der Nahe Osten habe sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten verändert. Gleich geblieben sei jedoch die „Verpflichtung, Hingabe und Verantwortung“ der israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Die Armee werde stärker und passe sich an die Herausforderungen der Zukunft an. „Von Generation zu Generation setzen wir das Erbe, den Mut und den Kampfgeist der Soldaten des Sechs-Tage-Krieges fort.“

Eine der blutigsten Schlachten des Sechs-Tage-Krieges ereignete sich auf dem Jerusalemer Munitionshügel. Dabei fielen 73 Jordanier und 37 Israelis. Am Dienstag wurden an der historischen Stätte Medaillen an etwa 1.800 Kommandeure und Veteranen des Krieges vom Juni 1967 verliehen. Auch Hinterbliebene von gefallenen Soldaten erhielten eine Auszeichnung.

Wegen des Jubiläums hatten die Feierlichkeiten zum diesjährigen Jom Jeruschalajim bereits am Abend des 21. Mai 2017 begonnen. Zum Auftakt gab es eine Feier in der bunt beleuchteten Altstadt mit Premierminister Benjamin Netanjahu, Staatspräsident Rivlin und dem neuen US-Botschafter in Israel, David Friedman. Zum Gedenktag gehört auch ein Marsch zur Klagemauer, an dem vor allem junge Israelis teilnehmen. Sie tragen dabei israelische Flaggen durch die Stadt. (Israelnetz)

 

 

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