Israel feiert seit dem Vorabend des 5. Oktober 2017 das diesjährige Sukkot-Fest, das Fest der Laubhütten. Es ist neben Pessach und Schawuot auch das dritte Wall­fahrtsfest Israels (3. Mose 23, 33–43 u. a.). Sukkot wird vom 15. bis zum 21. Tischri gefeiert (5. bis 11. Oktober 2017) und ist vor allem ein großes Ernte-Dankfest.

Juden mit ihren Feststräußen zum Laubhüttenfest an der Westmauer in Jerusalem.

Neben dem Bau der Laubhütten und dem Zusammenstellen des Feststraußes aus drei verschiedenen Zweigen – Palmzweig, Weidenzweig und Myrtenzweig – sowie einer Zitrusfrucht ist die Freude das besondere Gebot dieser Festtage nach der Weisung in 5. Mose 16, 14: „Du sollst fröhlich sein an deinem Fest, du und dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, der Levit, der Fremdling, die Waise und die Witwe, die in deiner Stadt leben!„

Das jüdische Volk soll sich während der Sukkot-Woche in Laubhütten aufhalten. Dabei geht  es um die Erinnerung, dass sie in Hütten wohnten, als Gott sie aus Ägypten herausführte. In Israel sind während der Festwoche vor den Wohnhäusern, in Gärten, auf Balkons, in Parks und auf Parkplätzen „Sukkot„, also Laubhütten, in vielerlei Gestaltung zu sehen. Möglichst das gesamte Familienleben soll sich darin ereignen, weshalb viele fromme Juden sogar die Nächte in ihren Laubhütten verbringen. Sogar militärische Standorte haben ihre eigenen Laubhütten.

Der Feststrauß (Lulav) wird von gesetzestreuen Juden täglich in alle Himmelsrichtungen geschwungen, um damit auszudrücken, dass die ganze Welt Gott gehört und vom Seinem Segen lebt. 

Ruhetage sind in Israel nur der erste und der letzte Tag des achttägigen Festes. An den übrigen sechs Tagen sind viele Geschäfte in Israel geöffnet, wenngleich mit reduzierten Arbeitszeiten. Die Kinder haben in dieser Zeit Schulferien, und im ganzen Land herrscht Volksfest-Stimmung. In den Synagogen werden spezielle Gebete verrichtet und bestimmte Schrift-Abschnitte gelesen, u. a.  Sacharja 14, wo die künftige Friedenszeit beschrieben wird, in der alle Völker am Laubhüttenfest in Jerusalem teilnehmen.

Simchat Thora

Direkt nach Sukkot folgt zum Abschluss der Herbstfeste das Thora-Freudenfest, das in Israel am 22. Tischri (12. Oktober 2017, Beginn am Abend des 11. Oktober) und außerhalb des Heiligen Landes am darauffolgenden Tag gefeiert wird. Es ist ein Fest aus Dankbarkeit für die Gabe der Thora, der fünf Bücher Mose.

An diesem Tag tanzen Juden mit Thora-Rollen auf den Straßen, und in den Synagogen wird der Jahreszyklus der Thora-Lesungen mit den letzten Versen des 5. Mose-Buches abgeschlossen und sogleich mit dem Vortrag der ersten Verse aus dem 1. Buch Mose wieder aufgenommen – als Zeichen dafür, dass das Lesen der Thora niemals zu Ende ist. Ein besonderes Dankgebet für die Thora lautet:

„Gelobt seist du, Ewiger, unser G’tt, König der Welt, der uns erwählt hat vor allen Völkern und uns die Thora gegeben hat.“

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