Holocaust-Gedenktag: Netanjahu warnt vor dem Iran

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat in seiner Rede anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 18./19.April 2012 in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem erneut vor der Gefahr eines atomaren Iran gewarnt.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat erneut vor der Gefahr eines atomaren Iran gewarnt. Es sei die Pflicht Israels und der Welt, das Regime in Teheran daran zu hindern, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Das betonte der Regierungschef in einer Rede anlässlich des Holocaust-Gedenktages am Abend des 18. April 2012 in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem.

Israel dürfe sich nicht nur an den Holocaust erinnern, sondern müsse seine Lehren für die Zukunft daraus ziehen und diese auch umsetzen, sagte Netanjahu weiter. Er zog Parallelen zwischen dem Holocaust und der Bedrohung durch den Iran. Kritik, dass solch ein Vergleich zum einen zu Panik im Land führen könnte und zum anderen den Holocaust verharmlose, wies er ausdrücklich zurück. „Ich weiß, dass es solche gibt, die es nicht mögen, wenn ich unerfreuliche Wahrheiten ausspreche. Sie bevorzugen es, nicht über einen nuklearen Iran als existentielle Bedrohung zu sprechen und erklären, dass solche Aussagen, obwohl sie wahr sind, nur Angst und Panik machen.“ Er glaube jedoch an die Fähigkeit des jüdischen Volkes, mit der Wahrheit umzugehen und sich gegen die zu verteidigen, die es vernichten wollten. Wer die iranische Bedrohung für übertrieben halte, habe nichts aus dem Holocaust gelernt, betonte der Premier laut einer Erklärung seines Büros.

Es habe immer schon solche im jüdischen Volk gegeben, die es bevorzugten, unerfreuliche Wahrheiten zu verhöhnen, so Netanjahu weiter. Er erinnerte dabei an den führenden Zionisten Se´ev Jabotinsky, der die Juden in Polen im Jahr 1938 eindringlich vor einer kommenden Katastrophe gewarnt hatte. Dafür war er von jüdischen Führern heftig kritisiert und angegriffen worden.

„Unbequeme Wahrheiten aussprechen“

Während des Holocaust habe das jüdische Volk weder eine Stimme gehabt, mit der es die Welt zum Handeln auffordern konnte, noch eine Armee, um sich zu verteidigen. „Heute haben wir einen Staat, heute haben wir eine Armee. Wir haben die Möglichkeit, die Pflicht und die Entschlossenheit, uns selbst zu verteidigen.“ Er als Premierminister werde sich nicht davor scheuen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, weder vor der Welt noch vor seinem Volk, betonte Netanjahu weiter.

An der Zeremonie in Yad Vashem nahmen Hunderte Juden teil, die den Horror der Nazizeit überlebt haben. Für sechs Menschen, die Juden während der Schoah geholfen haben, wurden Kerzen angezündet. Anwesend war auch Staatspräsident Schimon Peres. Er sagte in seiner Ansprache: „Heute ist deutlich, dass die Realität, die wir geschaffen haben, die Vision war, von der wir einst geträumt haben. Wir waren ein Fragezeichen, heute sind wir ein starkes Land. Die Menschheit hat keine Wahl, außer ihre Lektionen aus dem Holocaust zu lernen und stark zu sein angesichts der existenziellen Bedrohungen, bevor es zu spät ist.“

Jom HaSchoah

Mit dem Holocaust-Gedenktag Jom HaSchoah wird der sechs Millionen Juden gedacht, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden. Am Vormittag des 19. April 2012 heulten dazu in ganz Israel die Sirenen und die Menschen verharrten für zwei Schweigeminuten. Auch die Fernsehsender richten sich nach dem zentralen Thema dieses Tages. Entweder zeigen sie gar kein Programm, oder sie strahlen Sendungen aus, die sich mit der europäischen Judenvernichtung befassen. Der Jom HaSchoah, der immer auf den 27. Tag des jüdischen Monats Nissan fällt, endet am 19. April 2012 mit Sonnenuntergang. (Israelnetz)

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