Hohe Anerkennung für Benedikt XVI. in Israel

Der am 11. Februar 2013 angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat politische und geistliche Oberhäupter in Israel bewegt. Staatspräsident Schimon Peres hob vor allem die Verdienste des Papstes für die Beziehungen zwischen dem Staat und Volk Israel und der katholischen Kirche hervor.

Der am 11. Februar 2013 angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat politische und geistliche Oberhäupter in Israel bewegt. Staatspräsident Schimon Peres hob vor allem die Verdienste des Papstes für die Beziehungen zwischen dem Staat und Volk Israel und der katholischen Kirche hervor. Der Oberrabbiner der sephardischen Juden, Schlomo Amar, würdigte das Eintreten Benedikts gegen Antisemitismus und die Leugnung des Holocaust.
Er sei traurig über die Entscheidung des Papstes und wünsche ihm ein langes und gesundes Leben, sagte Peres laut einer am 11. Februar 2013 veröffentlichten Mitteilung des Außenministeriums. „Papst Benedikt besitzt die Tiefe eines großen Denkers, die Ernsthaftigkeit eines großartigen Gläubigen, die Leidenschaft eines Friedensstifters und die Weisheit, sich auf Veränderungen in der Geschichte zu beziehen, ohne seine Werte zu verändern.“ Die Beziehung zwischen Israel und dem Vatikan seien derzeit besser als je zuvor. Peres betonte weiter, „der positive Dialog zwischen der Katholischen Kirche und dem jüdischen Volk ist ein Zeugnis seines Glaubens an den Dialog und die Kooperation“.

Juden die „älteren Brüder“ der Christen

Oberrabbiner Amar hob gemäß der Tageszeitung „Jerusalem Post“ die Verdienste des Papstes im Kampf gegen jegliche Form von Antisemitismus und Holocaust-Leugnung hervor. Benedikt sollte außerdem für seine Worte in Erinnerung bleiben, laut denen Gott seinen Bund mit dem jüdischen Volk nie aufgelöst hat und die Juden die „älteren Brüder“ und „Vorfahren“ der Christen sind.

Laut dem Leiter der Abteilung für Diaspora und Religion beim Außenministerium, Schmuel Ben-Schmuel, habe Papst Benedikt wie sein Vorgänger Johannes Paul II. daran gearbeitet, theologisch feindlich gesinnte Lehren von Seiten der Kirche gegenüber dem Judentum zu entfernen. „Er hat eine herzliche und freundliche Haltung gegenüber dem jüdischen Volk und hat versucht, die Verfolgung der Juden durch die Kirche in der Vergangenheit zu überwinden“, so Ben-Schmuel laut der „Jerusalem Post“. Er wies zudem darauf hin, dass Benedikt der erste Papst war, der offen Radikalismus im Islam kritisiert hat.

Der scheidende stellvertretende Außenminister Israels, Danny Ajalon, teilte einem Bericht der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge mit, er habe „gelernt, seine geistliche Prominenz und auch seine Freundschaft“ gegenüber dem jüdischen Volk zu schätzen. Er glaube, der Papst sei wegen seiner „Nazi-Vergangenheit“ möglicherweise unfair behandelt worden. „Er wurde eingezogen und ging nicht freiwillig […] Seine Familie und er selbst haben tatsächlich Einwände gegen das Nazi-Regime gezeigt“, so Ajalon.

Die Rücktrittserklärung des Papstes
Papst Benedikt XVI. hat seinen Rücktritt am 11. Februar 2013 in Rom laut der Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Radio Vatikan mit folgenden Worten angekündigt:
„Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. […] Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.“ (Israelnetz)

Foto: Im Mai 2009 hat Benedikt XVI. Israel besucht. Am 12. Mai 2009 traf sich der Papst (mitte) mit den beiden israelischen Oberrabbinern, dem aschkenasischen Oberrabbiner Yona Metzger (links) und dem sephardischen Oberrabbiner Shlomo Amar (rechts). Foto: ISRANET

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