„Gott für die Rückkehr nach Zion danken“

Äthiopische Juden aus ganz Israel haben sich am 31. Oktober 2013 zu ihrem tradionellen „Sigd“-Fest in Jerusalem versammelt. Regierungschef Benjamin Netanjahu hob in einer Grußbotschaft die Sehnsucht nach Zion hervor, die zur Einwanderung der Juden aus dem ostafrikanischen Land geführt habe.

Äthiopische Juden aus ganz Israel haben sich am 31. Oktober 2013 zu ihrem tradionellen „Sigd“-Fest in Jerusalem versammelt. Regierungschef Benjamin Netanjahu hob in einer Grußbotschaft die Sehnsucht nach Zion hervor, die zur Einwanderung der Juden aus dem ostafrikanischen Land geführt habe.

Äthiopische Juden feiern Sigd 50 Tage nach dem Versöhnungstag Jom Kippur. In Afrika beteten sie für eine Rückkehr nach Zion, das Kommen des Messias und die Errichtung eines dritten Tempels. Bei der Feier in Jerusalem waren auch Bürgermeister Nir Barkat, Einwanderungsministerin Sofa Landver und Bildungsminister Schai Piron zugegen. Ferner beteiligte sich der sephardische Oberrabbiner Jitzhak Josef an den Festlichkeiten, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet.

Der Schauspieler und Produzent Schai Fredo hat vor zwei Jahren das Festival „Sigdiada“ in Tel Aviv gegründet. Damit will er im Vorfeld zu Sigd mit anderen Israelis die äthiopische Kultur feiern. „Es ist ein schöner Tag für uns, weil wir das in Äthiopien 2.500 Jahre lang gefeiert haben“, sagte er am 31. Oktober 2013. „Endlich, nach Tausenden Jahren, sind wir hier und können beten und feiern, um Gott dafür zu danken, dass er uns hierhergebracht hat.“
Fredo hofft, dass eines Tages die gesamte Nation den Feiertag annehmen wird: „Dieses Fest ist für jeden, nicht nur für die Äthiopier. Ich habe das Sigdiada-Festival angefangen, weil ich den anderen Juden die Schönheit und Vielfalt unserer Kultur zeigen wollte.“
Netanjahu sagte in seiner Videobotschaft: „Ich sehe das Fest als bedeutsam an, weil es mir wichtig ist, dass alle Bürger das kulturelle Erbe der äthiopischen Gemeinschaft kennenlernen. Diese Gemeinschaft hat die glühende Kohle der Liebe zu Zion über Tausende Jahre in Afrika beibehalten.“ Dies sei ein großes Zeugnis für die Sehnsucht nach der Rückkehr nach Zion. Die äthiopische Gemeinschaft sei isoliert und fern von Israel gewesen. „Sie hat nicht auch nur einen Augenblick auf den Gedanken verzichtet, nach Zion zurückzukehren, nach Jerusalem zurückzukehren.“
Hintergrund
Anfang des Jahres 2008 hatte die Knesset das „Sigd“-Fest als nationalen Feiertag anerkannt. Dieser Festtag besteht aus zwei Teilen. Von morgens bis mittags fasten und beten die Teilnehmer und bitten um Vergebung, ähnlich wie am jüdischen Feiertag Jom Kippur. Am Nachmittag folgt der fröhliche Teil, bei dem vor allem musiziert und getanzt wird. Während der Feierlichkeiten werden Gebete auf Ge‘ez rezitiert, einer alten äthiopischen Sprache, die heute nur noch von äthiopischen und eritreischen orthodoxen Kirchenführern benutzt wird.
Auch als die äthiopischen Juden noch in Afrika lebten, begann das „Sigd“-Fest als Fastentag. Im Laufe dieses Tages bestiegen die Gläubigen in einer Prozession den Gipfel eines Berges und trugen die äthiopische Torah mit sich. Dann rezitierten sie Gebete, Psalmen und Verse aus dem Buch Nehemia. Diese Zeremonie erinnerte an den Empfangs der Torah auf dem Berg Sinai. Beim Abstieg wurde schließlich das Fasten gebrochen, es wurde musiziert, gesungen und getanzt. (Israelnetz)

Bild: Während des „Sigd“-Fest der äthiopischen Juden am 31. Oktober 2013 in Jerusalem. In Israel leben etwa 80.000 Juden aus Äthiopien. Foto: Flash90

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