Erdbeben in Nepal: Israel entsendet Katastrophenhilfe

Nach dem schweren Erdbeben im Himalaya stellt Israel Katastrophenhilfe bereit. Der erste Jumbojet mit Medizin und Hilfsgütern ist am 27. April 2015 nach Nepal gestartet.

 

Nach dem schweren Erdbeben im Himalaya stellt Israel Katastrophenhilfe bereit. Der erste Jumbojet mit Medizin und Hilfsgütern ist nach verschobenem Start am 27. April 2015 nach Nepal gestartet.

Das Flugzeug mit 90 israelischen Helfern hob am 27. April 2015 vom Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv nach Nepal ab. Es ist eins von zwei Flugzeugen, die am 27. April 2015 starten. Der Flug der zwei israelischen Jumbojets, beladen mit Medizin und Hilfsgütern, verspätete sich wegen einer beschädigten Landebahn am internationalen Flughafen in Kathmandu. Die Israelischen Streitkräfte senden Personal, das im Umgang mit den Folgen eines Erdbebens ausgebildet ist. Rund 250 Helfer und Mediziner warteten zuvor auf ihren Abflug.

Bei dem Erdbeben in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu kamen mehr als 3.700 Menschen ums Leben. Nach Berichten über weitere Beben wurde der Start der Jumbojets 747 um zwölf Stunden verschoben. Zuvor hatten bereits schlechte Wetterbedingungen am Zielort eine Verschiebung verursacht, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Aufbau eines Feldlazaretts innerhalb eines halbes Tages

Das Team der israelischen Armee fokussiere sich auf die Suche und Rettung von Personen sowie den Aufbau eines vollständigen Feldlazaretts innerhalb von zwölf Stunden. Darin sollen Operationsräume, Röntgengeräte, Mittel zur Kinderkrankenpflege sowie eine Entbindungsstation vorhanden sei. Dieser Einsatz ist der erste israelische Lazarett-Einsatz in Nepal, sagte Armeesprecher Oberstleutnant Peter Lerner. Zuvor war die Armee mit ihrem Lazarett bereits nach Naturkatastrophen auf Haiti, den Philippinen und in Japan aktiv.

Weitere israelische Hilfsorganisationen wie IsrAID kündigten nach dem Erdbeben am 25. April 2015 Hilfe an. Die israelische Organisation Tevel B’Tzedek leistet aktuell Langzeit-Freiwilligenarbeitsprogramme in Nepal und Burundi mit rund 50 israelischen Arbeitern und ist somit bereits vor Ort.

Die Behörden in Jerusalem versuchen aktuell, in Kontakt mit rund 100, sich vermutlich in Nepal aufhaltenden, israelischen Reisenden zu treten. Das teilte das Außenministerium mit. Die Probleme in der Kontaktaufnahme könnten einer Stromknappheit in entlegenen Gebieten geschuldet sein, in denen sich die Rucksack-Touristen gegebenenfalls befinden.

Netanjahu: Wir stehen an Nepals Seite

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu richtete sich am 25. April 2015 in einem Brief an seinen nepalesischen Amtskollegen Suschil Koirala, gab das Büro des israelischen Politikers bekannt. Israel schmerze die Katastrophe, es sei bestürzt und kündigte Hilfe an. Sein Beileid übermittelte Netanjahu den Familien der Opfer und wünschte den Verletzten eine vollständige Genesung. Israel und seine Bürger stehen in dieser schweren Stunde an Nepals Seite, erklärte der Premier.

Dem Kommandeur der israelischen Hilfsdelegation für Nepal, Colonel Joram Laredo, sagte Netanjahu am Sonntag: „Sie werden auf eine wichtige Mission geschickt. Das ist das wahre Gesicht von Israel – ein Land, das in solchen Momenten Hilfe über jegliche Entfernung anbietet. Viel Erfolg. Wir zählen auf euch.“ Laredo sagte dem Premier, dass ein Vorausteam bereits gelandet sei und die Infrastruktur vor Ort für die Mission vorbereite. (Israelnetz)

Bild: Das Katastrophen-Hilfsteam der Israelischen Armee (IDF) vor dem Abflug nach Nepal am 27. April 2015. Foto: IDF

Pin It on Pinterest

Shares
Share This